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Tourismus im Allgäu

Kritik
Medien-Hype um Buchenegger Wasserfälle sorgt für viele Besucher

Die Buchenegger Wasserfälle bei Steibis / Oberstaufen sind ein beliebtes Ausflugsziel (Archivbild).
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  • Die Buchenegger Wasserfälle bei Steibis / Oberstaufen sind ein beliebtes Ausflugsziel (Archivbild).
  • Foto: Michael Munkler
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Die Buchenegger Wasserfälle in Oberstaufen sind ein schönes Naturschauspiel. Aus 30 Metern Höhe stürzen die Wassermassen in die Tiefe und ergießen sie sich auf zwei Ebenen, den sogenannten Gumpen. Diese erfrischenden, teils fast 20 Meter breiten Wasserbecken sind auch im Sommer kaum wärmer als 17 Grad.

Medialer Hype um Buchenegger Wasserfälle

Die Buchenegger Wasserfälle locken natürlich viele Besucher an, Jahr für Jahr werden es immer mehr. Grund dafür sind vor allem im Internet kursierende Videos und Fotos. Neben den knapp über 2.200 Instagram-Posts zum Hashtag #bucheneggerwasserfälle sorgt auch ein Ranking der 60 beliebtesten Wasserfälle der Welt für eine größere Bekanntheit der Allgäuer Wasserfälle. Bei dem Ranking hatte die Buchungsplattform Travelcircus die höchsten, fotogensten und geheimnisvollsten Wassermassen je Kontinent bewertet und dabei auch die Buchenegger Wasserfälle gekürt.

Riskante Gumpenjucker

Zwischen den Touristen tummeln sich auch abenteuerliche Klippenspringer, die sich waghalsig in die Gumpen stürzen. Doch die Situation vor Ort ist nicht ungefährlich, es können Strudel mit nicht unerheblicher Sogwirkung entstehen. 

Der Bürgermeister von Oberstaufen, Martin Beckel, sieht die aktuelle Entwicklung sehr kritisch. Bei den Wasserfällen handele es sich um ein Naturschauspiel, das man betrachten soll und nicht zwangsläufig auf eine gefährliche Art "erleben" muss. Denn an den Buchenegger Wasserfällen mussten bereits drei Menschen ihr Leben lassen. Im Jahr 2014 stürzte eine Amerikanerin in einen Wasserstrudel und ertrank im Sog. Zwei Jahre später verunglückten ein junger Flüchtling und ein Betreuer, der dem Jungen hinterher sprang, um ihn zu retten. Beide tauchten nicht mehr auf. 

Doch die Zahl der Gumpenunfälle sei in den letzten Jahren nicht signifikant angestiegen, so Christian Heidrich von der Bergwacht Oberstaufen. Die meisten Gumpenjucker informieren sich vor dem Sprung über Kiesbankverschiebungen oder vergewissern sich, ob das Wasserbecken frei von schwimmenden Baumstämmen ist. Die meisten Unfälle, die an den Buchenegger Wasserfällen passieren, beruhen vielmehr auf normalen Verletzungen wie Knöchelunfällen oder auf Kreislaufproblemen.

Bedenkliche Entwicklung soll eingedämmt werden 

Vor Ort stehen dennoch Tafeln mit Hinweisen auf mögliche Gefahren. Derzeit ist man auch mit dem Landratsamt im Gespräch. Die Gemeinde sucht intensiv nach Lösungen mit dem Ziel, die bedenklichen Entwicklungen vor Ort sinnvoll einzudämmen. Eine Sperrung der Wasserfälle sei aber kein Thema, so Beckel. Denn die Buchenegger Wasserfälle sind und bleiben ein sehenswerter Fleck im Allgäu.

In einem Video seht ihr unter anderem, wie die Gumpenjucker von den Felsen springen:

Autor:

Lisa Hauger

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