Forstwirtschaft
Internationales Jahr der Wälder

Wie verändert ein Wald sein Erscheinungsbild, wenn er durch einen Forstweg erschlossen wird? Diese Frage beantwortete der Oberstaufner Revierleiter Andreas Kley vom Amt für Forsten in Kempten im Rahmen der «Allgäuer Waldakademie».

Sie findet im Rahmen des internationalen Jahrs der Wälder statt. Die Antwort, so zeigte die Begehung, ist vielschichtig. Denn die Waldbesitzer haben die Erschließung sehr unterschiedlich genutzt.

Der Ausgangspunkt war gleich: Vor der Erschließung war die Waldfläche nahezu unbehandelt. Typisch für den Wald ist die Durchmischung mit Buchen, Tannen und Fichten, die teilweise über 150 Jahre alt sind. << Der gute Boden und ausreichend Niederschläge sorgen für guten Wuchs >>, sagt Andreas Kley.

Er zeigte den Teilnehmern der Begehung einen ersten Punkt, an dem dieser Zustand noch unverändert ist. << Hier ist Nutzungspotenzial vorhanden. Denn die Nachfrage ist groß. >> Recht ungepflegt ein zweiter Punkt: << Dort findet ein Ausscheidungskampf zwischen den Baumarten statt >>, sagt der Forstfachmann.

Die Folge: << Die Fichten sind vorherrschend. >> Eine Durchforstung sei dringlich - << und lohnend >> angesichts der hohen Holzpreise. An anderen Punkten demonstrierte Kley, dass der im Jahr 2000 angelegte Forstweg auch genutzt wurde, um Bäume zu entnehmen.

So an einer Stelle, an der vor acht Jahren Buchen gefällt wurden. << Das Kronendach ist schon wieder geschlossen. >>

Die Verjüngung benötige Zeit und führe zu weniger Durchmischung. An anderer Stelle erfolgte ein kleiner Kahlhieb. Er sei zwar nicht grundsätzlich zu kritisieren, aber der Forstweg mache es leichter, nur einzelne Bäume zu entnehmen - und damit eine solche Maßnahme eigentlich unnötig.

Allzu schnell beherrschen Brombeeren nach einem Kahlhieb die Fläche. Ein Musterbeispiel am Ende: Hier erfolgte vom Forstweg aus ein Hieb mithilfe einer Seilbahn. << Am steilen Hang kann dank des Weges gut auf diese Weise gearbeitet werden >>, erklärt Kley. Dennoch könne der Wald seine Funktion als Schutzwald behalten. Der Weg selbst zeigt nach elf Jahren erste Schwachstellen.

<< In zehn Jahren wird eine Sanierung notwendig sein >>, blickte Kley voraus. Kritische Stimmen gab es aus den Reihen der Waldbesitzer: Sie monierten, dass eine Waldpflege aufgrund der touristischen Nutzung des Weges oft kaum möglich sei.

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