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Ostern

Schon gewusst?
Eier, wir brauchen Eier! - Das all-in.de-Special rund um Ostern und insbesondere das Ei

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Bunt gefärbt und hart gekocht: So können Allgäuer zu Ostern Eier kaufen. Schokolade und andere Süßwaren in Eierform... Warum eigentlich? all-in.de hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen von Allgäuer Ei-Experten.

Wie viel Ei ist gesund?

"Für gesunde Menschen gibt es keine Obergrenze", sagt Ernährungsmedizinerin Dr. Andrea Wirrwitz-Bingger aus Oberstaufen. Wohlgemerkt: Es geht hier um das Hühnerei, nicht um das Schokoladen-Ei. Es besteht hauptsächlich aus Wasser, Eiweiß, Fett, wenig Kohlendydraten und Mineralstoffen.

"Der Körper kann das Eiweiß aus dem Ei am besten verwerten, wenn man noch etwas Pflanzliches dazu isst", empfiehlt die Ernährungsmedizinerin. Es entsteht dann "höherwertiges", körpereigenes Eiweiß, das der Körper als Baustein oder Transportmedium verwenden kann.

Eiklar oder Eigelb? - Wo steckt am meisten Protein drin?

Besonders motivierte Sportler trennen Eiklar von Eigelb und bereiten sich aus dem Eigelb ein besonders proteinreiches Frühstück zu. Dr. Wirrwitz-Bingger räumt mit diesem Irrglauben auf: "Im Eiklar stecken elf Prozent der Proteine, im Eidotter 16 Prozent. Weil das Ei mehr Eiklar als Dotter enthält, ist dieses verschobene Verhältnis aber nur relativ."

Das heißt: Der Sportler, der mühsam Eier trennt, um an das scheinbar hochkonzentrierte Eiweiß im Dotter zu kommen, tut dies völlig umsonst. Der Proteingehalt eines gesamten Eis ist nämlich, mit leichter Gewichtung in Richtung Eiklar, etwa gleich auf Eiweiß und Eigelb verteilt. Wobei sogar im Eiklar ein bisschen mehr Eiweiß steckt.

Cholesterin-Patienten dürfen Eier essen

Früher empfahlen Ernährungs-Experten maximal ein bis zwei Eier pro Woche für Cholesterinpatienten. "Das ist Schnee von gestern", sagt Dr. Wirrwitz-Bingger. "Eier enthalten zwar Cholesterin, aber Cholesterinpatienten sollten eher auf das Cholesterin achten, das der Körper selbst aufbaut."

Der Körper baut dies aus gesättigten tierischen Fetten auf, die der Mensch mit der Nahrung aufnimmt. "Die Schwarte beim Braten oder die Haut beim Hähnchen enthalten besonders viel Fett", sagt die Ernährungsmedizinerin aus Oberstaufen. Das sollten Patienten eher meiden als Eier. Drei bis fünf Eier in der Woche sind für Menschen mit hohem Cholesterin okay. "Ganz wichtig ist auch, dass man die versteckten Eier mit einberechnet. Also die im Kuchen und so weiter", so Dr. Wirrwitz-Bingger.

Wie lange sind rohe Eier haltbar?

"28 Tage", sagt Roland Kempfle klipp und klar. Der Mann kennt sich aus mit seinen Eiern. Er betreibt einen Bio-Bauernhof im Ostallgäu in der Nähe von Buchloe. Rund 3.000 Hühner legen bei ihm etwa 2.700 Eier am Tag, die er auf Bio-Märkten und Naturkostläden im Ostallgäu verkauft.

(meint wohl andere Eier: Olli Kahn)

"Ab dem 18. Tag müssen rohe Eier kühl gelagert werden". Übrigens: Die Lagerung im Kühlschrank sei nicht die beste Idee, meint Roland Kempfle. "Ideal ist ein kühler Kellerraum. Da kann sich nach dem Rausnehmen kein Kondenswasser im Ei bilden." Durch das Kondenswasser könnten nämlich ansonsten Bakterien aus dem Äußeren der Schale ins Innere gelangen.

...und gekochte?

Gekochte Eier sollten, wenn sie korrekt behandelt wurden und rund zehn Minuten im kochenden Wasser lagen, etwa ein bis zwei Wochen haltbar sein, sagt Peter Wenninger, Lebensmittelüberwacher der Stadt Kaufbeuren. "Ich sehe aber keinen Grund, die Eier so lange aufzubewahren. Ich würde lieber alle drei bis vier Tage frische Eier abkochen. Dann schmecken sie auch besser." Industriell gefärbte Eier, also Ostereier die man im Supermarkt oder beim Bäcker kauft, sind durch die spezielle Lackierung länger haltbar.

Lohnt sich das Bio-Ei?

"Bio-Eier schmecken besser!", sagt Roland Kempfler. Klar, dass er das sagt. Schließlich betreibt er ja auch einen Bio-Hof. Aber auch seine Kunden meinen, den Geschmack unterscheiden zu können. "Die sagen häufig, dass Eier von Hühnern aus Käfighaltung nach nix schmecken", sagt Kempfle und lacht.

Sicher ist aber auf jeden Fall: Den Hühnern in Bio-Betrieben mit Freilandhaltung geht es besser als den eingepferchten Artgenossen. Wer beim Kochen und Backen auf den Tierschutz achten will, sollte nur Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung verwenden, rät der Deutsche Tierschutzbund. Unter diesem Link wird auch die Kennzeichnung der Eier genau erklärt.

Was hat das Ei mit dem Christentum zu tun?

Das Ei gilt als das Lebenszeichen und Symbol für Fruchtbarkeit schlechthin: Aus einem leblosen Gegenstand entspringt neues Leben. Beim christlichen Osterfest spielt das sogenannte Osterei eine zentrale Rolle. Das Ei steht für pulsierendes Leben, das weitergegeben wird – und darum geht’s an Ostern, erklärt Ludwig Waldmüller, Dekan des Bischöflichen Dekanats Memmingen. Die Kirche versteht das Osterei als Triumph des Lebens über den Tod. Dabei steht die zerbrochene Eierschale symbolisch für das leere Grab Jesu.

Heute bemalen und verzieren wir unsere Ostereier nach Lust und Laune. Doch auch die Färbung der Eier hatte ursprünglich eine Bedeutung. Die Farbe rot ist die klassische Ostereierfarbe und steht für das Opferleiden Jesu, sagt Dekan Waldmüller. Erst über die Jahrhunderte ist eine regelrechte Kunst des Eier-Bemalens entstanden.

Was war zuerst da - die Fastenzeit oder das Osterei?

Auch die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern steht in Verbindung mit dem Osterei: Während dieser Zeit durfte zwar kein Fleisch, oft aber auch keine Eier und andere tierische Produkte gegessen werden. Mit der Speisensegnung wird das Fasten gebrochen. Die Ostereiersegnung gibt es seit dem 12. Jahrhundert, wie Waldmüller weiß. Sie ist nur ein Teil der Speisensegnung am Karsamstag, in der auch Fleisch und Gebäck gesegnet wird. Die Osternacht setzt sich fort mit dem Osterfrühstück. Die Freude wird damit weitergefeiert, beschreibt Waldmüller.

Eier verschenkt man nach der Fastenzeit, daher stellt sich die Frage, was eigentlich zuerst da war: Die Fastenzeit oder das Osterei? Die Fastenzeit war definitiv vor dem Osterei da, weil sie sich viel weiter zurückverfolgen lässt als das Brauchtum mit dem Osterei, ist sich Pfarrer Waldmüller sicher. Das gibt es nämlich schätzungsweise erst seit dem 13. Jahrhundert.

Autor:

Stephan Michalik aus Kempten

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