Schlossbergkonzerte
Dr. Manfred Strätz: Die Musiktherapie hat sehr viel gebracht

Die Pianistin Gitti Pirner, geboren in Immenstadt, aufgewachsen in Sonthofen, bestreitet am Samstag das Konzert in der Oberstaufner Schlossbergklinik. Die Klinik, deren Zukunft eine Weile ungewiss war, wird nun doch weitergeführt.

Was bedeutet das für die bei Patienten wie Besuchern gleichermaßen beliebten Konzerte?

Veronika Krull sprach mit Dr. Manfred Strätz (70), der sich seit Jahren für die Konzertreihe engagiert. Strätz war bis zu seinem Ruhestand Chefarzt und Leiter der Rehabilitation in der Schlossbergklinik.

Die Schlossbergklinik wird weiter betrieben. Wie geht es weiter mit den Konzerten?

Dr. Manfred Strätz: Ja, ich hoffe, dass die Konzerte weitergehen. Jetzt habe ich die Reihe erst einmal ab dem 16. Juni gestoppt. An diesem Tag tritt Michael Hanel mit Kreisler-Liedern auf. Von den anderen Künstlern habe ich die Zusage, dass ich mich bei ihnen nur melden muss, um einen neuen Termin auszumachen. Also, ich denke, die Reihe wird in der Art und Weise in etwa so weitergehen, wenn auch vielleicht nicht mehr so häufig.

Haben Sie schon mit den neuen Betreibern gesprochen?

Strätz: Mit den neuen Betreibern habe ich noch nicht gesprochen. Aber sie scheinen mir sehr engagiert, alles zu machen, damit der Betrieb weiter läuft, auch im Sinne der Patienten.

Wenn Sie kurz zurückblicken - welche Bedeutung hatten die Konzerte?

Strätz: Wir machen das jetzt seit etwa 30 Jahren, rund 560 Konzerte sind es gewesen. Es sicher so, dass die Schlossbergklinik als eine der ersten Kliniken in der psychosozialen Tumortherapie die Musiktherapie eingeführt hat, was jetzt schon ein zwingendes Muss ist.

Das hat sehr viel gebracht für das Selbstbewusstsein der Patienten. Es sind ja immer auch festliche Konzerte, wo sich die Patienten nicht im Trainingsanzug einfinden, sondern schön gekleidet. Sie werden mit der Öffentlichkeit konfrontiert, sind eingebunden.

Wichtig ist auch, dass Patienten, die nicht zu der Veranstaltung kommen können oder wollen, über eine Anlage das Konzert in ihrem Zimmer hören können.

Welche Schwerpunkte haben Sie bei den Konzerten gesetzt?

Strätz: Im Wesentlichen geht es um das, was auch in der Musiktherapie wichtig ist: die klassische Musik. Es ist bekannt, dass die klassische Musik eher aufbauend ist als etwa die Zwölf-Ton-Musik. Aber wir haben auch gelegentlich, wenn jüngere Musici da waren, eine Hinführung zu moderner Musik gegeben. Das war sehr, sehr interessant. Bevorzugte Instrumente sind Klavier, Geige, Cello – Instrumente, die vom Klang her wohltuend sind. Neben den Solisten haben wir Duos da gehabt, auch Trios, darunter das berühmte Fridegk-Trio, aber auch Gesangsabende waren mit dabei.

Die kommen immer sehr gut an. Wir haben russische Musik gespielt, was sehr ins Ohr geht, auch Volksmusik: Die Ostrachtaler aus Bad Hindelang sind ja regelmäßig beim Neujahrskonzert dabei.

Mit Gitti Pirner haben Sie eine vielgefragte Pianistin engagiert. War es schwer, sie zu überreden?

Strätz: Es wird wahrscheinlich schwer, weil sie jetzt im Ruhestand ist. Aber sie macht noch was nebenher. Sie war eine, die immer gesagt hat, ja, das machen wir, wir finden einen Termin. Und sie hat nie einen Pfennig für die Unkosten genommen – wir zahlen den Künstlern ja eine Pauschale. Sie hat gesagt, solange sie es kann, ist sie dabei.

Der Erlös der Konzerte ist für die Patienten bestimmt. Können Sie sagen, welche Summen im Laufe der Jahre zusammengekommen sind?

Strätz: Sagen wir’s mal so: Ich hätte niemals den Eintritt verlangen können, was dann an Spenden eingegangen ist. Das waren immer zwischen 300 und 400 Euro pro Konzert – ein schönes Ergebnis. Mit den Geldern haben wir verschiedene Anschaffungen finanzieren können, so zum Beispiel die Übertragungsanlage für die Patientenzimmer.

Das Benefizkonzert mit Pianistin Gitti Pirner findet am Samstag, 26. Mai, um 19.30 Uhr in der Schlossbergklinik in Oberstaufen statt. Die Pianistin spielt Sonaten von Ludwig van Beethoven (Es-Dur, op. 81a 'Les Adieux - Das Lebewohl') und Franz Schubert (Es-Dur, D 568) sowie die Rhapsodien op.

79 und die Intermezzi op. 117 von Johannes Brahms. Der Eintritt ist frei. Spenden werden für den Förderverein zugunsten der Patienten erbeten. Der Klinikparkplatz ist ab 19 Uhr geöffnet.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen