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Quakende Frösche gehen auf Reisen
Bis zu 2.000 Tiere in einer Nacht: Freiwillige in Oberstaufen retten Frösche und Kröten

Bis zu 2.000 Tiere werden jede Nacht gerettet.
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  • Bis zu 2.000 Tiere werden jede Nacht gerettet.
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Sobald es im Frühjahr wärmer wird, setzt die Frosch- und Krötenwanderung ein. Im Ortsteil "Wengen" bei Oberstaufen sammelt ein 10-köpfiges Team Abend für Abend die Tiere ein und bringt sie an einen See oder wieder zurück in Richtung Wald. "Sobald es regnet, die Dämmerung einsetzt und kein Schnee mehr liegt, geht es hier ab", sagt Yvonne Schäfer. Die 33-Jährige leitet zusammen mit einer Kollegin die Gruppe.

Schutzzäune aufgestellt

Jeden Tag von Montag bis Sonntag macht sich ein vorher eingeteiltes Team auf den Weg nach Oberstaufen. Mehrere Schutzzäune sorgen dafür, dass die Tiere nicht vom Wald über die Straße kommen und so überfahren werden. Angebracht werden diese Zäune von den Freiwilligen selbst oder auch vom Straßenbauamt.

Mit Taschenlampe und Eimer bewaffnet

"Bevor wir starten, müssen wir zuerst unsere Warnwesten anziehen, da wir sehr nah an der Straße laufen", so die 33-jährige Tierschützerin. Dann geht los. Ausgerüstet mit einer Taschenlampe und einem Eimer suchen die Helfer Meter für Meter ab und sammeln die Kröten und Frösche per Hand auf. "Wir sammeln teilweise über 2.000 Tiere in einer Nacht", so Yvonne Schäfer. So auch in der Nacht von Sonntag auf Montag. War es anfangs noch ruhig, ging es nach der Dämmerung richtig los. "Überall quakt es, jetzt geht es richtig ab und sie kommen aus allen Ecken", so die 33-Jährige. Zusammen mit ihrem Team sammeln die Helfer Kröte für Kröte auf. 

Seltenes Tier gefunden

Diesmal ist auch ein seltenes Tier dabei. Ein sogenannter Molch wurde gefunden. Kleiner als eine Eidechse und gut zu erkennen am roten Bauch, legte ein Helfer auch dieses Tier behutsam in einen Eimer und brachte es zum See, der auf der anderen Straßenseite liegt. Dort laichen die Tiere ab. "Sie legen dort ihren Froschlaich ab, danach trennen sich Männlein und Weiblein wieder und jeder geht seinen eigenen weg", so Schäfer.

Vom Laichen zurück in den Wald 

Im Schatten der Taschenlampe sieht man vereinzelt Frösche und Kröten hüpfen, die zurück in den Wald wollen. Auch diese Tiere sammeln die Helfer wieder ein und bringen sie so sicher über die Straße. "Es gibt Momente, da kommen die Tiere innerhalb weniger Minuten aus jeder Ecke. Auf der einen Seite retten wie sie, auf der anderen Seite müssen wir sie nach der Ablage des Laichs wieder über den Schutzwall heben", so die 33-Jährige. Doch bevor die Tiere in den kleinen See kommen, werden sie gezählt. "Wir müssen die Tiere zählen, damit wir ungefähr wissen, wie viel Tiere wir retten konnten und ob es sich auch lohnt, hier solche Schutzzäune aufzubauen", sagt Schäfer.

2.000 Tiere in einer Nacht

Doch auch dieses Jahr lohnt sich die Aktion in Oberstaufen. Bis zu 2.000 Tiere retten die freiwilligen Helfer Nacht für Nacht. Egal ob bei Sturm und Regen, sie sind immer unterwegs. Dabei retten sie viele Tierleben. "Wir leben von der Natur, ich will einfach etwas zurückgeben und unsere Natur schützen. Viele Menschen vergessen die Natur und schützen sie nicht“, so die 33-jährige Immenstädterin.

Auch tote Tiere müssen weg von der Straße

Doch die Freiwilligen retten nicht nur das Leben der Tiere, sondern verhindern auch, dass tote Tiere für Menschen gefährlich werden. Denn: Tote Frösche oder Kröten können für Motorrad- und Fahrradfahrer eine große Gefahr darstellen. Sollten in einer Kurve mehrere tote Tiere liegen, kommt ein Zweiradfahrer leicht zu Sturz. 

Kröten und Frösche

Frösche und Kröten unterscheiden sich unter anderem im Hinblick auf die Haut. Die Haut von Fröschen ist mehr oder weniger glatt, oft sogar glänzend. Kröten hingegen haben eine faltige, ledrige Haut. Oft haben sie Warzen und Beulen.

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