Allgäu-Orient-Rallye - 104 Teams am Samstag gestartet

Problemlos sind am Samstag in Oberstaufen (Oberallgäu) 104 Teams mit über 600 Teilnehmern zur sechsten Allgäu-Orient-Rallye gestartet, die bis in die jordanische Hauptstadt Amman führen soll. Bei Bilderbuch-Wetter verabschiedeten sich die Teams aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und einigen anderen Ländern. Ob und auf welchem Weg sie Amman erreichen, ist unklar. Denn die Krise in Syrien macht eine Fahrt durch das arabische Land unmöglich. «Das hätte ich nie für möglich gehalten», stellt Rallye-Organisator Wilfried Gehr noch am Morgen des Starts fest und meint damit das gewaltsame Vorgehen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gegen die eigene Bevölkerung.

Auch nicht unter Polizeischutz

Gehr hat Assad auf einer früheren Rallye persönlich kennengelernt. Doch nach der Reisewarnung des Auswärtigen Amtes und den neuerlichen Gewaltausbrüchen war klar: Auch die angedachte Fahrt durch Syrien unter dem Schutz der Vereinten Nationen und der syrischen Polizei kommt nicht in Frage. Viele Teilnehmer hatten dies auch aus prinzipiellen Überlegungen heraus abgelehnt: << Diesem Regime wollen wir kein Geld geben >>, stellte beispielsweise Thomas Angerer vom Allgäuer Team << Schnitzel-Alm-MCL >> fest.

Beim Start in Oberstaufen gab es zwar vom Organisationsteam die neuesten Informationen über angedachte Alternativen - doch wirklich eine Rolle spielte der unklare Verlauf für die Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt nicht. Zu groß die Euphorie, dass es nun endlich losgehen sollte.

Monatelang vorbereitet

Die meisten Teams hatten sich monatelang auf die Rallye vorbereitet. Entsprechend groß war der Jubel am Morgen, als die Teilnehmer vor dem Kurhaus von Oberstaufen auf die Strecke geschickt wurden - das allerdings ohne das << Roadbook >> mit den Aufgaben. Das galt es nach einer ersten Prüfung am Alpsee bei Immenstadt in Empfang zu nehmen. Zwei weitere Stationen in Bad Hindelang folgten, dann hatten die Teams freie Fahrt nach Istanbul. Welche Routen sie wählen, ist ihnen überlassen. Sie müssen die Millionenstadt am Bosporus allerdings bis Mittwoch, 16 Uhr erreicht haben.

Bis dahin ist endgültig klar, ob und wie es weitergeht. Denkbar ist eine Fortsetzung der Rallye durch die Türkei mit anschließendem Heimflug. Eine weitere Variante sieht den Flug von der Türkei nach Amman vor, damit das dort gebuchte Anschlussprogramm absolviert werden kann. Doch noch hofft Gehr, dass sich eine Lösung auftut und die Teilnehmer und ihre rund 300 Fahrzeuge per Fähre nach Ägypten oder Israel gebracht werden können. Die geforderten Preise hierfür sind allerdings aufgrund der Syrien-Krise innerhalb weniger Tage von 120000 auf 480000 Euro geklettert.

Variante Fracht-Flugzeug

Deshalb deutete Gehr auch eine weitere Variante an: den Transport der Fahrzeuge per Fracht-Flugzeug. Aber: << Vor Montag bekommen wir wohl keine Entscheidung und keinen Vertrag >>, informierte Gehr die Teilnehmer. Die als << eines der letzten Automobilabenteuer dieser Welt >> beworbene Rallye erhält in diesem Jahr also ein gänzlich unerwartetes und ungewolltes zusätzliches Abenteuer-Element. Denn noch weiß niemand, ob die Fahrzeuge am Ende, wie vorgesehen, in Jordanien verbleiben können.

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