Special Ostern ÜBERSICHT
Ostern

Reportage
1.300 handbemalte Eier: Ein Osterbrunnen für Oberstaufen

Unzählige Arbeitsstunden, rund 65 Meter Girlanden und unglaubliche 1.300 Eier – größtenteils handbemalt. Der Osterbrunnen am Kirchplatz in Oberstaufen ist ein echtes Kunstwerk. Hinter dem schmucken Brunnen steckt aber mehr: Er soll Geschichte, Tradition und Botschaft in einem sein.

Samstag 13 Uhr in Oberstaufen. Helmut Hollweck steht stolz vor dem Oberstaufener Marktbrunnen. Fertig, ruft der 75-Jährige und grinst: Die Krone sitzt gerade, alle Eier sind gut zu sehen. Und wo sollen jetzt die roten Girlanden hin? Brigitte Stratmann, Osterbrunnen-Mit-Schmückerin und Freundin der Familie Hollweck, steht etwas abseits des Brunnens. In ihrer Hand: Sechs rote Girlanden mit bemalten Eiern. Naja. Fast fertig, meint Hollweck.

Zum Ende hin ist es schon immer ein Kampf, witzelt der 75-Jährige. Schon seit Monaten arbeiten er und seine Helfer, also Sohn Achim, Schwiegersohn Leo Wagner und eben jene Brigitte Stratmann an dem Osterbrunnen. Wir fangen oft schon im Februar an, Zweige zu suchen, sagt Helmut Hollweck. Von Oberstaufen bis ins Unterland – also bis nach Bad Wörishofen und Türkheim – fährt das Osterbrunnen-Team, um genug Grünzeug zu sammeln. Bis zu zwei Wochen lang flechten dann Mutter und Tochter Hollweck die Zweige zu Girlanden.

Aufwand, der sich lohnt

Zum zwölften Mal schmücken Helmut Hollweck und seine Helfer zu Ostern den Brunnen in Oberstaufen. Viele Dekorations-Elemente verwenden wir mehrere Jahre, sagt der Rentner. So zum Beispiel die von seiner Tochter handbemalten Eier. Um diese besser lagern zu können, hat sich der 75-Jährige für Plastikeier entschieden. Trotzdem ist es im Vorfeld immer ein großer Aufwand. Manche Eier müssen wir reparieren oder neu anpinseln. Außerdem kommt fast jedes Jahr neuer Schmuck hinzu. Heuer sind das detailliert gezeichnete christliche Szenen auf Straußen-Ei-Imitaten: Mini-Kunstwerke von Tochter Andrea Hollweck.

Unglaublich viel Aufwand für einen Brunnen, der nur drei bis vier Wochen hält, danach grau, braun und unansehnlich wird. Aber Aufwand, der sich lohnt, meint Helmut Hollweck: Wir möchten mit dem geschmückten Brunnen eine Botschaft senden. Wasser, obwohl es so ein wichtiges Gut ist, wird immer öfter verschwendet. Und zum höchsten christlichen Fest möchten wir die Menschen erinnern, dass sie mit Wasser sorgsam umgehen.

Tradition und Tourismus

Woher die Tradition um die dekorierten Brunnen kommt, ist nicht ganz geklärt. Schon die Slawen sollen im achten Jahrhundert ihre Quellen zu Ehren der Frühlingsgöttin Ostara geschmückt haben. Bewiesen ist das aber nicht. Fest steht: Die ersten Osterbrunnen wurden um 1910 in der fränkischen Schweiz geschmückt. Aus dieser Region brachte auch das Ehepaar Hollweck den Brauch mit nach Oberstaufen.

Neben der Message, neben Tradition und Geschichte, ist der Brunnen nämlich vor allem eins: wunderschön. Und obwohl der Osterbrunnen keine Touristenattraktion sein soll, wie Helmut Hollweck sagt, hilft die Dekoration natürlich dem Fremdenverkehr. Für viele Gäste ist der Brunnen etwas Besonderes. Wir bekommen sehr viel Lob, sagt er und freut sich. Mittlerweile hat sich auch ein Platz für die roten Girlanden gefunden und die ersten Schaulustigen bewundern den Brunnen.

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