'Traurigkeit'
Obergünzburger Bürgermeister zur rechten Demonstration: Das waren randalierende Neonazis

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Bürgermeister Lars Leveringhaus berichtet nach dem Aufmarsch am Samstag von 150 Rechten in Obergünzburg von 'Aggressivität, Hass und Menschenfeindlichkeit'.

Der Schock sitzt immer noch tief in Obergünzburg nach der unangemeldeten Kundgebung von rechten Demonstranten am Wochenende. Bei einer aufgrund der vielen Medienanfragen eigens anberaumten Pressekonferenz spricht Bürgermeister Lars Leveringhaus von einer 'schweren Stunde' für die 6.000-Einwohner-Gemeinde im Ostallgäu.

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Rund 150 Asylgegner und Mitglieder der rechten Szene . 'Das waren keine Wutbürger, das waren randalierende Neonazis', sagt Leveringhaus.

Leveringhaus wirkt mitgenommen, als er mit seinen beiden Stellvertretern vor die Presse tritt. Er stand während der Kundgebung auf der Seite der 50 Gegendemonstranten. 'Es war eine aggressive Stimmung, ich habe in Gesichter voll von Hass, Abscheu und Menschenfeindlichkeit geblickt', beschreibt er die Stimmung auf dem Marktplatz. Er ist überzeugt, dass die Initiatoren der Kundgebung des Pegida-Ablegers Allgida (Allgäuer gegen die Islamisierung des Abendlandes) nicht aus der Gemeinde stammen.

'Es gibt keine gesellschaftliche Strömung im Ort, die auf so etwas hindeutet.' Auch die Polizei geht davon aus, dass die dem 'rechten Spektrum' zuzuordnenden Demonstranten 'von auswärts angereist sind'. Die Allgida-Anhänger hatten über soziale Netzwerke - etwa in NPD-nahen 'STOPP'-Gruppen - zu der Kundgebung aufgerufen. 'Wir können davon ausgehen, dass ein Teil der Demonstranten das professionell betreibt', sagt Leveringhaus.

Es bleibt die Frage nach dem Warum. Warum Obergünzburg? Leveringhaus erklärt sich das mit 'strategischen Erwägungen': Die Marktgemeinde ist Kreuzungspunkt mehrerer Straßen und insofern gut erreichbar. Zudem könnten 150 Demonstranten hier mit mehr Aufmerksamkeit rechnen 'als etwa in München am Stachus'.

Die Aufrufe zu der Allgida-Demonstration waren Polizei und Behörden bekannt. Da es bislang noch zu keinerlei Aktionen von Allgida gekommen war, rechneten Gemeinde, Landratsamt und Polizei nicht mit einem Aufmarsch.

Als sich am Samstag gegen 19.15 Uhr bereits über 100 Allgida-Anhänger versammelt hatten, standen daher den Demonstranten zwei Polizeibeamte gegenüber. Verstärkung wurde angefordert, sodass die Polizei schließlich mit 60 Beamten im Einsatz war. Von einer Fehleinschätzung mag man beim Polizeipräsidium in Kempten jedoch nicht sprechen. Hinweise über die sozialen Netzwerke auf eine Kundgebung hätten sich in der vergangenen Woche 'nicht verdichtet', sagt Polizeisprecherin Susanne Höppler. Zudem habe 'es keine weiteren polizeilichen Erkenntnisse zu einer geplanten Versammlung' gegeben.

Die Kriminalpolizei Kempten ermittelt jetzt nicht nur wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, sondern auch wegen anderer möglicher Straftaten - wie etwa das Zeigen des Hitlergrußes.

Autor:

Dirk Ambrosch aus Kempten

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