Windkraftanlage
Zwei Anlieger und Heimatpfleger gegen Errichtung von Windkraftanlage im Schwelktal

Mit der Abwägung der Stellungnahmen zur Aufstellung des Bebauungsplanes «Sondergebiet Windenergieanlagen» beschäftigte sich der Ronsberger Marktrat in seiner jüngsten Sitzung. Während die meisten Behörden keine Einwendungen oder Vorschläge vorbrachten, hatten zwei Anlieger, die in der Nähe des geplanten Standortes wohnen, große Bedenken gegen das Bauvorhaben. Vor einem endgültigen Beschluss sollen nun noch zwei Gutachten erstellt werden, die den Immissions- und den Artenschutz beleuchten und vom Betreiber bezahlt werden.

Als Anlieger befürchtet Manfred Brandl aus dem Ronsberger Ortsteil Schochen bei Ollarzried unter anderem die Lärmbelästigung durch eine weitere Windkraftanlage. Denn in unmittelbarer Nähe befinden sich auf Ottobeurer Gemarkung bereits zwölf Anlagen in westlicher und nördlicher Richtung, eine weitere wird demnächst gebaut. Ein Windrad in östlicher Sichtweite, so Brandl, verstärke den Eindruck der Umzingelung noch weiter. Außerdem würden Tiere durch Bodenvibrationen und den Lärm der Rotoren in ihrem Lebensraum gestört, besonders die beobachteten Fledermäuse und Rotmilane. Noch mehr Windkraftanlagen in der Nähe des Windparks Ollarzried hätten eine weitere Belastung der noch unberührten Natur des oberen Schwelktals zur Folge.

Der Anlieger Günther Eberlein aus Ried bei Zadels beanstandete, dass die Überformung der noch intakten Landschaft «durch großindustrielle Windkraftanlagen» im Bebauungsplan nicht beachtet worden seien. Auch seien die vom Windrad ausgehenden Störungen nur oberflächlich behandelt worden. Die Drehbewegungen, der Schattenschlag und die akustischen Belästigungen würden die Lebensqualität der Bürger in Oberweiler, Unterweiler und Schochen beeinträchtigen. Auch er wies darauf hin, dass im Feuchtgebiet des Schwelkbaches seltene Insekten, Vogelarten und Fledermäuse leben, die mit dem Betrieb der geplanten Anlage vertrieben werden könnten.

Auch Kreisheimatpfleger Rudolf Zwick meinte, die wertvolle Kulturlandschaft würde durch eine hundert Meter hohe Windkraftanlage verunstaltet. Es sei nachgewiesen, dass die Windhäufigkeit in Bayern nur 60 Prozent des Bundesdurchschnitts betrage und es aus diesem Grund nicht rentabel sei, in einem so wertvollen Gebiet Windräder zu errichten.

Das Landratsamt schreibt in seiner Stellungnahme, die Einkreisung der Bebauung im Weiler Schochen durch Windkraftanlagen erzeuge möglicherweise einen «Erdrückungseffekt» - doch der Markt Ronsberg sei für die Windenergieanlagen im Nachbarlandkreis nicht verantwortlich.

Durch die topographischen Verhältnisse und dazwischen gelagerte Waldflächen werde sich die Anlage in Ronsberg allerdings nicht so negativ auswirken, wie dies im Begriff «Erdrückungseffekt» beschrieben werde.

Als Nachbar sprach sich der Markt Ottobeuren gegen die Anlage aus. Die Industrie- und Handelskammer dagegen befürwortete sie im Sinne einer nachhaltigen Energiewirtschaft. Der Ronsberger Marktrat befürwortete einstimmig die zu den einzelnen Stellungsnahmen formulierten Abwägungen des Planungsbüros Abt, die in der Regel die Einwände zur Kenntnis nahmen, aber zu keiner Änderung führten. Der Billigungsbeschluss erfolgt nach Vorlage der beiden Gutachten.

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