Projekt
Südseesammlung im Museum Obergünzburg: Dokumentation der Hüttenaktion bald fertig

Es sind zehn Filmminuten, die neugierig machen: Der Trailer führt mitten hinein in ein Begegnungsprojekt, das vor drei Jahren die Melanesier Betu Watas, Jakob Kapere, Tolak Moltavil und Mathias Wataskon aus Vanuatu nach Deutschland führte. Zu sehen sind Bilder der Südsee, Eindrücke aus Bunlap auf Pentecost, wo die Menschen noch in Hütten leben. Aufgenommen wurden auch Betu Watas Flugreise und jene Wochen in Obergünzburg, in denen er mit seinen Begleitern das Original-Südseehaus im Obergünzburger Museum, der Südseesammlung, aufbaute – und zugleich seine Impressionen des Allgäus mit der Kamera festhielt.

Um das 2009 begonnene, vielschichtige Projekt mit einer umfassenden Dokumentation nunmehr zu Ende zu bringen, waren die Ethnologen und Filmemacher Martina Kleinert und Dr. Thorolf Lipp vom Forum Deutsch-Pazifischer Begegnungen wieder nach Obergünzburg gekommen. Im Gasthof 'Goldener Hirsch' stellten sie ihre Konzeption einem gespannten Publikum vor.

Mehrstimmig, so Lipp, solle der Zugang der Dokumentation zum Projekt sein, die beteiligten Insulaner selbst sollen entsprechend zu Wort kommen. Bis zur Leipziger Buchmesse 2013 sollen die 'Geschichten von Besuchern und Besuchten' als Buch sowie in einem Dokumentarfilm erscheinen. Ermöglicht wird dies durch den Markt Obergünzburg, den Förderverein Südseesammlung sowie private Sponsoren. 'Wir haben dann auch die Dokumentation dessen, was wir 2009 gemacht haben', erklärte Bürgermeister Lars Leveringhaus.

Im Trailer spricht er vom 'emotionalen Wert', der damals geschaffen wurde.

Ausgedehnte Gesprächsrunde zeugt von lebhaftem Interesse

Wie lebhaft das Interesse am Schicksal von Betu Watas und seinen Begleitern in Obergünzburg nach wie vor ist, zeigte die ausgedehnte Gesprächsrunde, die sich der Filmvorschau anschloss. Dabei gab Lipp bewegende Einblicke in eine dramatische Vorgeschichte des in Obergünzburg dann so glücklich und freundschaftlich verlaufenen Besuchs der Gäste aus Vanuatu.

Für den erfahrenen Ethnologen – der selbst mehrmals über längere Zeit in Bunlap gelebt hat – ganz unvorhergesehen, gerieten er und sein Team in einen unerwartet heftigen Konflikt mit einer in Bunlap gefürchteten Autoritätsperson. Ein letztlich mysteriöser Todesfall stellte das Besuchsprojekt in Frage. Am Ende fuhr eine andere Gruppe von Insulanern nach Deutschland, als die, die dies ursprünglich plante. Auch davon wird der Dokumentarfilm erzählen.

Jakob Kapere, Tolak Moltavil und Mathias Wataskon, die in Vanuatus Hauptstadt Port Vila leben, gehe es gut, wusste Lipp nun zu berichten. Mit Betu Watas habe er kürzlich lang telefoniert. Dieser werde wohl aus Port Vila in sein Heimatdorf, das nicht Bunlap ist, zurückkehren. Dort habe Watas Bungalows für Besucher gebaut.

'Ich möchte ihn gern mal wiedersehen', sagt Johann Eigl, der 2009 vieles gemeinsam mit Betu Watas unternahm. 'Die reinste Gaudi' habe man zusammen gehabt. Eine Südseereise sei ihm jedoch zu teuer. Und an Telefonaten hindere die Sprachbarriere. Ulrich Habich telefoniert ab und zu mit Betu Watas. 'Immer morgens um vier Uhr', so der Leiter der Obergünzburger Südseesammlung.

Ansporn für eine über dreimonatige Südseereise

Für den Obergünzburger Hermann Schrägle war das Besuchsprojekt der Insulaner Ansporn, 2010 in Eigenregie auf eine dreieinhalbmonatige Reise in die Südsee zu gehen. Problemlos, so Schrägle, fand er in Port Vila zum Vanuatu Cultural Center, einem Südseemuseum, wo Jakob Kapere in leitender Position tätig ist.

Kapere führte ihn durch die Stadt und gab Tipps. So erlebte der Obergünzburger auf dessen Heimatinsel Tanna ein beeindruckendes Festival – ohne weitere Touristen. Nach Pentecost zu fahren, davon riet Kapere ihm aufgrund beschwerlicher Umstände allerdings ab.

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