Marktrat
Rösslewiese belastet Obergünzburg finanziell weitaus mehr als erwartet

Im vergangenen Juli wurde die Einweihung der als Busbahnhof, Parkplatz und Festplatz neu gestalteten Obergünzburger Rösslewiese gefeiert. Die Baumaßnahmen waren mit 662 000 Euro veranschlagt. Mittlerweile seien die Gesamtkosten abzuschätzen, informierte Bürgermeister Lars Leveringhaus in der ersten Marktratssitzung des Jahres.

Sie liegen bei voraussichtlich 777 000 Euro und damit etwa 115 000 Euro höher als ursprünglich angesetzt. 14 000 Euro weniger als erwartet fließen an Zuwendungen, so Kämmerer Christoph Brenner, der Kosten und Förderungen aufschlüsselte. Insgesamt erhöht sich der Eigenanteil der Gemeinde damit voraussichtlich um rund 132 000 Euro auf knapp 370 000 Euro.

Entsorgung und Lagerung schlagen merklich zu Buche

Neben einigen Verbesserungen und zusätzlichen Maßnahmen schlagen, mit etwa 65 000 Euro, bei den Mehrkosten vor allem nicht einkalkulierte Beträge für die Entsorgung des durch Streusalz chloridbelasteten Aushubs zu Buche.

Davon hätten nach Berechnung von Bauamtsleiter Bernard Mair bei rechtzeitiger Bodenuntersuchung schätzungsweise 37 000 Euro, vor allem für zusätzliche Transporte sowie die zwischenzeitliche Lagerung, gespart werden können.

Derzeit liegt der gesamte Aushub noch in der Kiesgrube Geiger beim Johanniskeller. Nach den inzwischen vorgenommenen Untersuchungen kann ein Großteil davon im Frühjahr in die gemeindeeigene Grube auf der gegenüberliegenden Straßenseite umgelagert werden. Zwei der Haufen müssen aufgrund höherer Belastung zur Entsorgung nach Kraftisried gebracht werden.

Markträte wollen Planungsbüro in die Pflicht nehmen

Auf die Frage von Dr. Maria Maurus, ob es nicht Aufgabe des Planungsbüros gewesen wäre, die Bodenbelastung rechtzeitig zu erkennen, antwortete Leveringhaus: 'Nach unserem Erachten: ja.' Notwendige Schritte würden ergriffen, man werde alle Möglichkeiten der Kompensation nutzen. Max Schwarzer sah einen zusätzlichen Schaden in versäumten Zuschüssen und beklagte unkalkulierbare Kostensteigerungen: 'Man traut sich als Gemeinde kaum noch, Großbaumaßnahmen anzugreifen.' Er empfahl künftig 'schärfere Verträge' mit Planungsbüros.

Hubert Bufler sah bei den Aushub-Mehrkosten ein Versäumnis des Planers und sprach sich dafür aus, dies in Rechnung zu stellen. Einen 'Schildbürgerstreich' nannte Xaver Rietzler die Umlagerung des Aushubs von einer Straßenseite auf die andere. Dies, so Leveringhaus, gehe auf die rechtlichen Vorgaben zurück. Dass die Chloridbelastung des Aushubs von dem durch die Gemeinde im Winterdienst eingebrachten Streusalz herrühre, gab Dr. Günter Räder zu bedenken.

'Wie verhindern wir das in Zukunft?', wollte er wissen. 'Wir sind gezwungen zu salzen', so der Bürgermeister darauf. Nachdem die Gemeinde mit Splitt keine guten Erfahrungen gemacht habe, sei Salz das Mittel der Wahl. Mair ergänzte, die Belastung sei nicht im ganzen Ortsnetz zu befürchten. Sie betreffe nur punktuelle Bereiche.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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