Feierstunde
Pflege-TÜV gibt Obergünzburger Heim Note 1,3

«Die Note 1,3 ist ein Sehr gut», freute sich Hermann Schott, Leiter des Senioren- und Pflegeheims Obergünzburg. Er sei stolz auf das Prüfungs-Gesamtergebnis des «Pflege-TÜVs» für das Haus, dessen Träger der Landkreis Ostallgäu ist. Im Beisein zahlreicher Heimbewohner dankte Landrat Johann Fleschhut in einer Feierstunde den Mitarbeitern für ihre «ganz hervorragenden» Leistungen.

Neun Stunden nahmen die Qualitätsprüfer des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) das Obergünzburger Senioren- und Pflegeheim - mit 85 Bewohnern in vier Wohnbereichen - unter die Lupe. Dabei wurden neun Bewohner nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und auch befragt. Nach dem Pflege-Weiterentwicklungsgesetz werden die Prüfergebnisse, übersetzt in Noten von 1 bis 5, unter anderem im Internet mit einem sogenannten Transparenzbericht veröffentlicht. Fleschhut stellte die Obergünzburger Noten im Einzelnen vor: Im Bereich Pflege und medizinische Versorgung gab es die 1,4, im Umgang mit demenzkranken Bewohnern 1,3. Bei der sozialen Betreuung und Alltagsgestaltung, so Fleschhut, seien die Mitarbeiter ein Stück weit «Familienersatz und -ergänzung».

Auch hier erzielte das Haus die sehr gute 1,3. Die Bestnote 1,0 gab es zudem für Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene. Und in der Bewohnerbefragung, laut Fleschhut «von ganz großer Bedeutung», eine 1,1. Mit dem Gesamtergebnis von 1,3 (sehr gut) liegt das Obergünzburger Heim des Landkreises deutlich über dem derzeitigen Landesdurchschnitt (1,8).

Das Pflegeheim stelle «Heimat, Zuhause» dar, so Fleschhut an die Bewohner gerichtet. Sicher zu sein, «dass Sie dort gut aufgehoben sind», sei auch für die Angehörigen von großer Bedeutung. Der Landkreis schaffe den baulichen Rahmen, doch im Vordergrund stehe die «menschliche Note».

Am wichtigsten seien die Mitarbeiter, sagte Fleschhut und dankte Schott, Pflegedienstleiterin Luise Hartmann und allen am Erfolg Beteiligten aus Verwaltung, Küche und Wohnbereichen mit «symbolischen Geschenken».

«Auftrag für die Zukunft»

Man dürfe, so Fleschhut im Gespräch weiter, Senioren- und Pflegeheime nicht nur nach Mindestnormen einrichten. Eigene Erfahrungen mit Angehörigen, so Fleschhut, sensibilisierten für menschliche Gesichtspunkte. Als «Auftrag für die Zukunft, das bisher Erreichte fortzuführen», bezeichnete Schott das Prüfergebnis. Das Personal sei «wirklich Klasse», so Hartmann. Die Sozialkomponente und soziale Betreuung werde bei der Prüfung stark bewertet. Sie selbst kenne die meisten Bewohner bereits von früher. Das helfe auch, vieles besser zu verstehen.

«Ich bin schon daheim hier», bestätigte Theresia Fischer, die seit rund vier Jahren im Obergünzburger Pflegeheim lebt. Und Maria Melder erklärte: «Ich bin seit zweieinhalb Jahren hier und bin hier jeden Tag glücklich.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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