Nepal
Obergünzburger Zahnärztin berichtet von ihrem Auslandseinsatz

'Basnuhos. Dhukcha? Kaha?' – 'Bitte nehmen Sie Platz. Schmerzen? Wo?': Das waren Worte, die Zahnärztin Dr. Barbara Müller in den vergangenen Wochen häufig in Nepali sprach. Mit einem ehrenamtlichen Team von fünfzehn Ärztinnen und Krankenschwestern sowie nepalesischen Übersetzern und Helfern war die Obergünzburgerin drei Wochen lang in Nepal unterwegs, um Patienten in abgelegenen Dörfern medizinische Hilfe zu leisten, um aufzuklären und über Vorsorgemaßnahmen zu unterrichten.

Den eng beschriebenen Zettel mit nepalesischen Sätzen hat sie mit nach Hause gebracht – und viele Erlebnisse, die sich damit verbinden.

Moskitos und schlechte Straßen

Nach der Landung in Kathmandu, wo die Helfer in der deutschen Botschaft empfangen wurden, war ein Waisenhaus des 'Jugend-, Missions- und Sozialwerks Altensteig', das das Medizinercamp für Nepal organisierte, erstes Ziel.

Dann ging es über Land, zunächst in ein Seitental von Kathmandu, später in Einsatzorte im Terai-Tiefland im Nationalpark Chitwan. Busfahrten auf 'schrecklichen Straßen' und Fußmärsche auf schmalen Pfaden bergauf gehörten dazu. Das Hilfsteam, in karg eingerichteten Schulen untergebracht, schlief dort unter Moskitonetzen auf dem Boden.

Der Arbeitstag richtete sich nach der Sonne. Müller baute ihren Behandlungsstuhl aus drei Schulbänken am stets belagerten Fenster auf, mit einer Decke in Plastiktüten zum Lagern des Kopfes und einem Eimer. Die Instrumente, aus einem Rucksack entnommen, lagen auf sterilen Tüchern bereit. Assistiert wurde von Krankenschwestern im Team.

Die Menschen, die sie behandelte, seien sehr freundlich gewesen, zurückhaltend, dankbar. Auf dem Land gibt es zwar 'Health Posts', doch können diese nur einfache medizinische Versorgungen leisten.

Dass ein Medical Camp anwesend war, sprach sich rasch herum. Bis zu einem Tag waren Patienten zu Fuß unterwegs, um dann in langer Schlange geduldig zu warten. Eine Rezeption unternahm die Voruntersuchung. Zum Team gehörten auch Kinderärztinnen, eine Apotheke sowie eine Verbands- und Wundpflegestation.

Rund 1200 Patienten, viele mit offenen Wunden, wurden versorgt. 'Einfach, doch effektiv', wie Müller erklärt. Die Zahnärztin hat so etwa 200 Männer, Frauen und Kinder behandelt.

Belastende Hygieneverhältnisse

Belastend, sagt Müller, seien die hygienischen Verhältnisse gewesen. In den Camps gab es zum Waschen nur einen Dorfbrunnen. Umso schöner war es zu erleben, wenn Kinder am Morgen dort mit ihren neuen Zahnbürsten standen, um ihre Zähne zu putzen, wie am Abend vorher gezeigt.

Vieles, so Müller, sei für sie menschlich und auch aus fachlicher Hinsicht interessant und bereichernd gewesen. Etwa die Gespräche im Team oder die Gottesdienste in den Gemeinden, die mit ihrem christlichen Glauben offen und fröhlich umgingen.

Nun muss 'etwas Zeit ins Land gehen', sagt sie. Eventuell bricht sie dann wieder auf, um als Zahnmedizinerin da, wo die Not groß ist, zu helfen.

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