Demenz
Obergünzburger helfen Angehörigen von Demenzkranken

Ein geliebter Mensch, dessen Persönlichkeit fremd wird. Orientierungslosigkeit, Sprachzerfall, der Verlust der Erinnerung: Zehn Wochen lang widmete eine Gruppe engagierter Männer und Frauen im Obergünzburger Akku-Treff jeden Montagabend dem schweren Thema Demenz. In einem vierzigstündigen Kurs ließen sie sich von der Demenz-Hilfe Allgäu zu ehrenamtlichen Demenz-Begleitern ausbilden. Sie wollen über die Krankheit Bescheid wissen, die eine wachsende Zahl von Menschen vor immense Probleme und ungeahnte emotionale Belastungen stellt.

Und sie wollen Angehörige mit ihrer Hilfe entlasten. Mit der Aushändigung eines Zertifikats wurde dieser erste Obergünzburger Lehrgang beendet.

Zum Gespräch getroffen

Dazu traf sich die Gruppe im Obergünzburger Senioren- und Pflegeheim im Rahmen einer ökumenischen Gesprächsrunde mit dem evangelischen Pfarrer Friedrich Martin, dem Arzt Dr. Christoph Nowak aus Görisried und Gudrun Rauch, Obergünzburger Projektleiterin von 'Demenz in der Kommune' und Initiativkreis 'Helfende Hände'.

Aufklärung sei wichtig. 'Man muss wissen, mit was man es zu tun hat.' So erwerbe man das Rüstzeug, um durchzuhalten, erklärten die Referenten des Kurses, Evi Uhl und Stephan Vogt vom Memminger Verein Familiengesundheit 21.

Vogt ist auch Projektleiter der landkreisübergreifenden 'Ehrenamtlichen Demenzhilfe Allgäu' und er spricht von einem 'Schatz', der mit den Schulungen in den teilnehmenden Gruppen gehoben werde. 'Eine Super-Vernetzung und -Zusammenarbeit' sieht Gudrun Rauch bei den Projekten. Berührungspunkte mit der ökumenischen Initiative 'Engagiert für das Leben mit allen Generationen' unterstrich Pfarrer Martin.

Er lobte schon bestehende generationenübergreifende Aktionen in Obergünzburg. In einem kurzen 'Impulsvortrag' warb Dr. Nowak für eine frühzeitige Diagnostik der Demenz. Dann bestehe die Chance, die Krankheit durch Medikamente zu verlangsamen oder gar einen zeitweisen Stillstand zu erreichen.

Es gehe bei der Demenz jedoch 'auch um die menschliche Würde', darum, 'wie wir diesen Menschen begegnen und ihnen und ihren Angehörigen Hilfe geben können.' Denn auch die geschulten Betreuer, so Nowak, müssten mit zugespitzten emotionalen Situationen fertig werden. Dies seien Begegnungen auf menschlich extremem Niveau.

Thema noch lange nicht erschöpft

Dass das Thema Demenz für die Teilnehmer noch lange nicht erschöpft ist, zeigten zahlreiche Fragen in der Gesprächsrunde. Gudrun Rauch zitierte schließlich das positive Teilnehmer-Fazit: 'Man begegnet den dementiell Erkrankten anders. Man weiß einfach, was dahinter steht.'

Ja, man könne sogar 'mehr Vertrauen in die Zukunft' haben. An einen weiteren Kurs in Obergünzburg wird bereits gedacht.

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