Klimaschutzkonzept
Obergünzburg will wissen, wo Energie gespart werden kann

Dem Thema «Klimaschutz» widmeten die drei Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Obergünzburg eine gemeinsame Sitzung. Obergünzburgs Bürgermeister Lars Leveringhaus nannte sie historisch. Denn nicht einmal Kämmerer Karl Mayr konnte sich an solch eine Sitzung erinnern - und er ist schon vier Jahrzehnte im Amt. Ziel war, die Gemeinderäte von Untrasried, Günzach und Obergünzburg von der Notwendigkeit eines interkommunalen Klimaschutzkonzeptes zu überzeugen. Die Erstellung durch das Energie- und Umweltzentrum Allgäu (EZA) würde derzeit mit 65 Prozent vom Bund gefördert. «Mengenrabatt» gibt es zusätzlich, wenn alle drei Gemeinden sich gemeinsam dafür entscheiden. Mit einer 12:4-Mehrheit stimmten die Obergünzburger nach längerer Diskussion am Ende dafür. Die Günzacher wollten noch Bedenkzeit und werden am 1. März darüber abstimmen. Aus Untrasried waren so wenige Gemeinderäte (vier) zu der Sitzung gekommen, dass dieses Gremium nicht beschlussfähig war.

Wie Leveringhaus erläuterte, waren die Ostallgäuer Gemeinden bei der Bürgermeisterbesprechung im Januar dazu aufgerufen worden, sich verstärkt dem Klimaschutz zu widmen. Denn die Treibhausgasemissionen sollen in Deutschland bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent, bis 2050 sogar um 80 bis 95 Prozent reduziert werden. Klimaschutz, Ökologie und Nachhaltigkeit seien auch vorrangige kommunalpolitische Themen, verdeutlichte Leveringhaus noch einmal. Entstehen solle ein Leitbild, das nicht nur der Politik, sondern auch jedem Bürger und den Unternehmen aufzeigen kann, in welchen Bereichen noch Potenzial zum Energiesparen besteht.

Alle Bereiche beachten

Ausführlich informierte der EZA-Geschäftsführer Martin Sambale an diesem Abend über die Vorteile eines solchen Klimaschutzkonzeptes, das Umwelt und Geldbeutel schont. Die Nachfrage nach Rohöl werde weltweit weiter steigen - und damit auch der Preis. Um zu einer nachhaltigeren Wertschöpfung von Energiequellen zu kommen, müsse jetzt gehandelt werden. Die Umsetzung des Konzeptes, so Sambale, sei ein kontinuierlicher Prozess, kein Strohfeuer. Es werden auf den Ort abgestimmte Handlungsfelder erarbeitet und nach und nach umgesetzt. Erfasst werden alle Aspekte, die Energie betreffen. Gedacht ist an die Zusammenstellung eines VG-übergreifenden Energieteams, das mit der fachlichen Unterstützung von EZA zusammenarbeitet.

Mit Skepsis begegneten unter anderem die Obergünzburger Räte Hubert Bufler, Roman Walch, Helmut Immerz (alle CSU) sowie Dr. Günter Räder (Grüne) dem Vorhaben und stimmten am Ende auch dagegen. Eine Ökobilanz, die Bufler anmahnte, könne auch Teil des Konzeptes werden, meinte Sambale. «Das ganze scheitert am Ende doch wieder am Geld», befürchtete Walch. Räder kam dieses Konzept zu früh, wogegen Herbert Heisler (FW) die Chancen eines Konzepts hervorhob.

Auch aus Günzach kamen Einwände. Wobei Bürgermeisterin Brigitte Schröder dagegenhielt, dass es wichtig sei, das Thema jetzt und gemeinsam anzupacken. Seine Unterstützung sagte auch Untrasrieds Bürgermeister Alfred Wölfle zu. Er verdeutlichte aber auch, dass in seinem Ort gerade im Zuge der jüngsten Dorferneuerung schon vieles auch in dieser Richtung passiert sei.

Die EZA-Klimaschutzberaterin Carmen Cremer - sie arbeitet auch für den Landkreis -, hob hervor, dass gerade in der Vernetzung ganz neue Handlungsfelder sichtbar werden können.

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