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Neues Baumkataster in Obergünzburg

Schön, wenn die Bäume in den Himmel wachsen. Doch morsches Holz und Sicht behindernde Äste und Zweige bergen auch Gefahren. Dem will Obergünzburg mit Einführung eines Baumkatasters begegnen.

20 000 Euro stellte der Marktrat im laufenden Haushalt für die Ersterfassung der Bäume, die auf Gemeindegrund stehen, bereit. Um der Verkehrssicherungspflicht des Marktes nachzukommen, sind daneben die Kosten für laufende Pflegemaßnahmen zu tragen. Bislang werden dafür jährlich 10 000 Euro veranschlagt.

Das Kataster liege nun vor und sei in das von der Gemeinde genutzte Geoinformationssystem (Gis) eingearbeitet, erklärte Bürgermeister Lars Leveringhaus in der jüngsten Sitzung des Marktrats. Alle, auch die privaten Bäume aufzunehmen, werde nicht möglich sein. 'Wir haben bei der Erfassung Prioritäten gesetzt.' 1100 Bäume in Obergünzburg, Willofs und Ebersbach sind im Kataster verzeichnet. Dafür haben Fachleute einen möglichen Schädigungsgrad bewertet und den Gesundheitszustand dokumentiert.

Wie Bauamtsleiter Bernard Mair berichtete, wurden zwei Bäume sofort entfernt. Etwa zehn Bäume wolle man bald fällen. Bei rund 400 Bäumen sollten Maßnahmen ergriffen werden, davon sind 100 bis zum kommenden Jahr zu versorgen.

Zunächst, so Leveringhaus, beschränke man sich auf Maßnahmen mit hoher Priorität. Orte wie Spielplätze, die Kindergärten und Schulen stünden bei der Verkehrssicherungspflicht ganz oben an. Erfasst ist auch das Hagenmoosbad. Das Burger Baugebiet oder die neu bebaute Valleroy dagegen noch nicht. Einzelheiten könnten die Bürger bei der Gemeinde erfragen.

Genaue Kosten noch offen

Als 'ein schwieriges Thema' sprach Herbert Heisler die Bäume an, die auf privatem Grund stehen, den öffentlichen Raum jedoch beeinträchtigen. Die Zahl der insgesamt erfassten Bäume habe sich von 200 auf über 1000 erhöht, er halte dies bereits für eine massive Verbesserung, so Leveringhaus. Die zentrale Frage sei, wie viel Geld der Gemeinderat im Weiteren zur Verfügung stelle. Das unterstrich Hubert Bufler. Es sei eine Kostenfrage, man solle 'die Kirche im Dorf lassen'.

Sorge, dass eine Aufnahme privater Bäume zu mehr Verantwortung für die Gemeinde führe, äußerten Roman Walch und Nicola Paolini. Dem widersprach Dr. Maria Maurus: Die im Etat vorgesehenen Mittel umfassten auch eine Kontrolle privater Bäume, die in den öffentlichen Raum ragten.

Die Verantwortung bleibe privat. Hanni Graf erkundigte sich, ob man bei Fällungen nachpflanze. Dies, so der Bürgermeister, entscheide der Einzelfall.

Noch unklar seien die künftigen Kosten der Baumkontrollen und nötigen Pflegemaßnahmen, beantwortete er Paolinis Frage. Der bisherige Haushaltsansatz sei nicht ausreichend. Die Maßnahmen, erläuterte Mair, müssten vergeben werden. Eine Baumkronenverspannung zum Beispiel sei sehr aufwendig. Auch zusätzliche Kontrollgänge nach Unwettern seien vorgesehen, sagte er.

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