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Neubau statt Umbau für Kindergarten

Zur Meinungsfindung über die Zukunft der «Alten Schule» waren rund 80 Bürgerinnen und Bürger einer Einladung des Untrasrieder Gemeinderates ins Gasthaus Bären gefolgt. Sanierung des Hauses, das den Kindergarten beherbergt, oder Neubau? «Was will die Bevölkerung?», fragte Bürgermeister Alfred Wölfle beim Vorstellen der Alternativen. Es bestehe «Handlungsbedarf». Die Räume des Kindergartens seien nicht mehr zeitgemäß. Bei einer Elternbefragung hätten sie die Note 5 erhalten.

Planer Roman Völk war in einer Bestandsaufnahme zu dem Schluss gekommen, die alte Schule sei für Kindergarten und Krippe als «modernes Gebäude im alten Gewand» sanierungsfähig. «Das Gebäude», so Völk, «prägt die Ortsmitte und gibt dem Ort ein unverwechselbares Gesicht.» Im Mittelpunkt des Bürgerinteresses stand nun jedoch nicht der «Ortskern», sondern der Kindergarten. Wortmeldungen und kräftiger Beifall zeugten von einer klaren Mehrheit für Abriss der alten Schule und Neubau des Kindergartens. Zudem wurde der Wunsch nach ersten Planungsskizzen für die Meinungsbildung laut.

Kosten annähernd gleich

Vor 100 Jahren sei ihr Schulhaus eines der schönsten in Schwaben gewesen und viele Untrasrieder verbänden damit Erinnerungen, so Wölfle. Wie schon im Gemeinderat (wir berichteten) stellte Planer Völk den baulichen Zustand und Schwachstellen der alten Schule sowie die Möglichkeiten einer Generalsanierung mit neuer Raumeinteilung vor. Zwei Kindergartengruppen und eine künftige Krippe wären im barrierefreien Erdgeschoss sowie einem Obergeschoss unterzubringen. Das Dachgeschoss könnte vermietet werden. Die Kosten dafür setzte er mit 1,59 Millionen Euro an; einen Neubau gleicher Größe auf dem Grundstück mit 1,635 Millionen Euro. Zur Aufteilung einer Generalsanierung in Bauabschnitte, um die Finanzierung zu strecken, sah Völk kaum Möglichkeiten.

In der Diskussion wurde die Verteilung eines integrierten Kindergartens mit Krippe auf zwei Etagen bemängelt, der Zustand von Dachstuhl und Keller der alten Schule kritisch bewertet. Mehrmals wurde argumentiert, bei der Sanierung eines Altbaus kämen oft versteckte Mängel ans Licht, ein Neubau sei kalkulierbarer. Dies bestritt Völk, der auf zahlreiche Erfahrungen verwies. Für etliche Bürger sprach vor allem ein Grund für einen Neubau: «Dann kann ich bauen, wie ich will.» Auch sei ein einfacher Neubau energietechnisch besser und könne genauso wie ein altes Haus das Ortsbild prägen.

Ziel: ein Top-Kindergarten

Ob die Schule denkmalgeschützt sei, fragte ein Bürger, der sich für den Erhalt des alten Gebäudes aussprach. Unter Denkmalschutz stehe die Schule nicht, so Wölfle. Auf Fragen nach der Unterbringung der Kinder beim Bau, Raumaufteilung, Zeitplan und Dauer der Baumaßnahmen verwies er auf noch fehlende Entscheidungen sowie die Detailplanung. Dabei seien auch demografische Entwicklungen zu berücksichtigen. Auch er wolle einen «Top-Kindergarten», so Wölfle.

Möglicherweise werde der Gemeinderat zunächst eine grobe Planung zur Veranschaulichung in Auftrag geben und dann nochmals informieren. Dies werde auch in den beabsichtigten Fragebogen eingehen. Wölfle dankte am Schluss für eine «intensive Diskussion».

Dass die Mehrheit für einen Abriss und Neubau wäre, sei «ganz klarer Tenor». Der Gemeinderat wisse also, «wo wir jetzt stehen».

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