Entdeckungsreise
Museumsnacht in Obergünzburg - Carl Nauer und Kaspar stehen in Mittelpunkt

Zwei bedeutende Söhne des Marktes standen im Mittelpunkt von Museumsnacht und Internationalem Museumstag in Obergünzburg: Johannes Kaspar (1822-1885), der Kunst- und Historienmaler, den das Historische Museum derzeit mit einer Sonderausstellung zum 125. Todestag ehrt, und Kapitän Carl Nauer (1874 - 1962), der Begründer der Obergünzburger Südseesammlung. Dessen Lebensgeschichte wird im Südseemuseum mit Briefen und Fotografien umfassender als bislang präsentiert. So muteten die Entdeckungsreisen, zu denen Museumsleiter Ulrich Habich und sein Team einluden, zwar überaus unterschiedlich an, doch führten sie, entsprechend dem Motto «Museen - unser Gedächtnis», jeweils mitten in die Geschichte des Marktes und seiner Familien.

Der Schwerpunkt in Präsentation und Besucherinteresse lag dabei auf Johannes Kaspars Werk. Höhepunkte waren die Präsentation von Kaspars neu zugänglichem «Abendmahl»-Bildnis durch Dr. Horst Renz im Historischen Museum sowie eine Exkursion unter seiner wissenschaftlichen Führung zu Kaspars Werken in die nahen St. Martinskirche. «Wir in Obergünzburg haben einen Schatz zu zeigen», so Renz über die «Erinnerungen für den ganzen Ort», die der «extrem bodenständige» Kaspar für die Obergünzburger Kirchen und private wie öffentliche Auftraggeber geschaffen habe.

«Voller Rätsel»

«Ein außerordentliches Bild, aber auch voller Rätsel», stellte Renz Kaspars Ölgemälde «Das Abendmahl» in der Museumsnacht vor. Das Werk, im Privatbesitz der Obergünzburger Familie Schindele, ist künftig als Dauerleihgabe im Historischen Museum zu bewundern. «In den Gesichtern sieht man das Gute und das Böse», so habe seine 1901 geborene Großmutter das Bild verstanden, erinnerte sich Johann Schindele. In allen Jünger-Figuren gebe es Licht und Schatten, verdeutlichte Renz Kaspars starke psychologische Aussage. Im Vergleich mit Leonardo da Vincis berühmtem Abendmahls-Fresko wies er auf den überaus komplexen Bildaufbau Kaspars hin: «Es gibt viele Ebenen, viele Schichten.» Judas Verrat, die Gewissensfrage der Jünger, Jesu Verklärung am Berg und Christi Wort: «Ich bin das Licht der Welt.» Dies darzustellen sei Kaspars Anliegen in der glaubenskritischen Zeit des 19. Jahrhunderts gewesen, so Renz.

In eine «in sich stimmige Welt», die den Katholizismus einschließe, führe Kaspars Werk, der «vom Wort zum Bild gearbeitet» habe, verdeutlichte der evangelische Theologe am Museumstag bei seiner mittlerweile vierten Kaspar-Exkursion, diesmal in die Kirche St.Martin. Er wolle «Kaspar in Szene rücken», wandte sich Renz an die zahlreichen Zuhörer. «Machen Sie seinen Ruhm bekannt!» Dazu soll neben dem bereits bekannten Film der Familie Henseler eine neue Dia-Schau beitragen, in der Habich einen Brief des Künstlers mit seinem Lebenslauf vertonte und bildlich veranschaulichte.

Auch Carl Nauer, den Begründer der Südseesammlung, bekannter zu machen, setzt Habich sich zum Ziel. Seit Eröffnung der Sammlung seien über 70 Briefe und zahlreiche Fotos aus Privatbesitz zusätzlich ins Museum gekommen. In sechs neuen Vitrinen wird damit Nauers Lebens- und Familiengeschichte beleuchtet. Dazu wurde eine neue Broschüre erstellt. «Ein abgerundeteres Bild Nauers», so Habich, habe sich damit ergeben. Gut angenommen wurde ein Mal- und Bastelprogramm für Kinder. Die Kleinsten ließen am Südseebrunnen «Schiffchen» zu Wasser.

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