Reportage
Lost Places: Fotografin Nadine Wechs aus Obergünzburg fotografiert an verlassenen Orten

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Die Scheiben sind eingeschlagen, das Licht flackert und der Operationstisch steht einsam im Raum. Was wie eine Szene aus einem Horrorfilm klingt, ist Realität. So sieht es momentan im alten Krankenhaus in der Memmingerstraße in Kempten aus. Genau solche Orte sucht und liebt Fotografin Nadine Wechs aus Obergünzburg. Ein Filmteam von all-in.de hat die 27-Jährige beim Fotoshooting begleitet.

Nadine Wechs kommt ursprünglich aus Berlin. Ins Allgäu ist sie "durch die Liebe" gekommen. Auch wenn die Beziehung nicht gehalten hat, ist sie geblieben, um sich als Fotografin im Allgäu zu etablieren. Nadine hat sich früher gar nicht für Fotografie interessiert. 2005 hat sie mit dem Modeln angefangen hat - ihre erste Berührung mit der Fotografie.

"Mit den Jahren kam dann das Interesse und du lernst auch wahnsinnig viel mit den Jahren. Und richtig mit dem Fotografieren habe ich im Mai 2012 angefangen." Seitdem steht sie nur noch hinter der Kamera. Ihre Erfahrungen als Model helfen ihr viel bei einem Shooting, besonders mit weiblichen Models. So kann sie Posen und Mimik gleichzeitig aus der Sicht eines Models und einer Fotografin zeigen und erklären. Das macht vieles leichter, sagt die Obergünzburgerin.

Im Moment arbeitet Nadine an der Fotoserie "Lost Places" (verlassene Orte). Dazu sucht sie verlassene Gebäude auf, mit oder ohne Model, und zeigt den Ort von seiner dunklen und nicht perfekten Seite. Der Reiz liegt für sie in den neuen Möglichkeiten und ausgefallenen Szenen. Bei solch einem Fotoshooting muss sich die Fotografin oft auf Überraschungen einstellen und spontan entscheiden.

Im alten Krankenhaus in Kempten war das Besondere, dass zum Teil das Krankenhaus-Mobiliar noch drin steht. So konnte die Fotografin mit dem alten Röntgengerät, in der Leichenhalle und am Operationstisch arbeiten. Dadurch entsteht eine besonders düstere, mystische Stimmung auf den Fotos.

Wie man es bei Fotoshootings aus Germany's Next Topmodel kennt, hat jeder Fotograf sein eigenes Team. Nadine Wechs hat für die Aufnahmen im Krankenhaus eine Visagistin, ein Model und eine Assistentin dabei. Aber meistens fotografiert sie alleine. "Da kann mir niemand reinreden und ich kann mein eigenes Ding machen", sagt sie.

Am liebsten macht die Fotografin Fashion-Aufnahmen. "Man kann da einfach so viel machen mit Klamotten und Styling". Das ist ihr Ding und macht ihr auch am meisten Spaß, weil sie im Modebereich ihrer Kreativität "am besten freien Lauf lassen kann".

Auch wenn Nadine Wechs keine klassische Fotografen-Ausbildung hat, ist sie trotzdem ein Profi. Nach ihrer Meinung kann man auch ohne die klassische Lehre gut sein. Sie findet, dass durch eine Ausbildung viele Fotografen ihr persönliches Auge verlieren, weil sie feste Einstellungen beigebracht bekommen, ohne selber kreativ zu sein und was Neues auszuprobieren. Genau das aber macht Nadine besonders gerne. Sie probiert aus und lernt daraus, ob etwas geht oder nicht. "Aber eigentlich kann man beim Fotografieren alles machen", meint Nadine Wechs.

Für die Zukunft plant die Obergünzburgerin, ihr eigenes Fotostudio aufzubauen und sich als Fotografin im Allgäu zu etablieren. Mehr über die Arbeit von Nadine Wechs finden Sie auf ihrer facebook-Seite.

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