Kunstmaler
Johannes Kaspar-Ausstellung in Obergünzburg mit Finissage beendet

Ein Jahr lang prägte die Sonderausstellung 'Johannes Kaspar zum 125. Todestag' das kulturelle Interesse im Markt Obergünzburg. Die Finissage des Historischen Museums, die im Pflegerschloss stattfand, sollte kein Schlusspunkt sein:

Dass die Beschäftigung mit dem "visionären" Kunst- und Historienmaler an dessen Heimatort nicht mit dem Ausklang enden wird, wurde im Abschlussvortrag von Dr. Horst Renz über "Originelle und neuzeitliche Elemente in den Bildkompositionen von Johannes Kaspar (1822 -1885)" deutlich.

Kaspar sei "mehr als ein lokaler Künstler". Sein Werk solle in seiner heimatgeschichtlichen Bedeutung und kunstgeschichtlichen Wertigkeit erforscht und interpretiert werden. Dafür warb der evangelische Theologe Renz.

Was Johannes Kaspar als Obergünzburger Hervorragendes geleistet habe, sei identitätsstiftend und habe bereits im 19. Jahrhundert weit über den Ort hinaus gestrahlt, befand Obergünzburgs Bürgermeister Lars Leveringhaus vor Vertretern des Marktes, der Geistlichkeit und vielen weiteren Kunstinteressierten im Rathausssaal.

Ebenso wie Museumsleiter Ulrich Habich dankte er Renz für die geleistete Forschungs- und Vortragsarbeit. In einem kurzen Rückblick ging Habich auf die zahlreichen Veranstaltungen des Kasparjahres – mit Exkursionen und Vorträgen sowie dem Museumstag – ein.

'Innere Sendung' des Künstlers

Drei Thesen zog Renz in seinem Vortrag aus der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Johannes Kaspar: Dieser sei 'als Maler jedem studierten Theologen überlegen'. Renz bezog dies auf die 'innere Sendung' des Künstlers. 'Poesie ist hier am Werk, die von innen heraus lebt'. Sie sei von der Wirklichkeit getragen – nicht etwa an sie herangetragen.

Kaspar lebe aus dem Geist des 19. Jahrhunderts, aus der Säkularisierung. Dabei sei er 'ein Mann, der Diesseits und Jenseits ineinander denkt'. Zudem greife er in dem 'an Vergangenheit interessierten' 19. Jahrhundert historische Einflüsse auf. Die Thesen anhand zahlreicher im Vortrag gezeigter Werkaufnahmen zu überprüfen, rief Renz das Publikum auf.

In einem fotografischen Streifzug ging er auf die 'Durchdringung' Obergünzburgs mit Kaspar-Werken ein, beispielsweise in der St. Martinskirche und in St. Nikolaus, und führte nochmals wertvolle Kaspar-Gemälde aus den gemeinsamen Exkursionen in Allgäuer Kirchen, wie Ebersbach oder Rettenbach, vor Augen.

Dem schloss sich ein gemeinsamer Gang vom Rathaus hinüber zu den Kaspar-Werken der Obergünzburger Martinskirche an, um das am Museumstag verhängte Marienbild der 'Unbefleckten Empfängnis' über dem rechten Seitenaltar zu würdigen.

Kaspar male, was im Menschen Gutes angelegt sei, so Renz in seiner detaillierten Erklärung. In Kaspars Heiligenbildern werde 'Wesentliches aus dem menschlichen Leben herausgehoben'.

Ein letzter gemeinsamer Besuch der Museums-Sonderausstellung markierte das Ende des Vortrags – und damit eines Kaspar-Jahres, das viele zu 'Kaspar-Freunden' gemacht hat.

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