Weihnachten
Gutschein geschenkt, Umtausch gespart

Der Laden brummte: Skier, Skischuhe und die passende Sportkleidung dazu gingen gestern bei Sport Schindele in Ronsberg zuhauf über die Ladentheke. «Die Weihnachtsgutscheine werden dieser Tage eingelöst», berichtet Inhaber Wilhelm Schindele. Der Umtausch von Geschenken werde dagegen weniger - weil einerseits gezielt und nach Wunschzettel gekauft werde, und weil andererseits eben Gutscheine immer beliebter würden, erklärt Schindele.

Geschenkgutscheine zu Weihnachten standen auch im Obergünzburger Schuhgeschäft Dietrich hoch im Kurs. Da gebe es zum Beispiel Großeltern, die ihren Enkeln Schuhe schenken möchten, weiß Inhaber Helmut Dietrich. Doch die Winterschuhe hätten die Kleinen an Weihnachten bereits und die Frühjahrsmodelle gebe es noch nicht. «Da ist ein Gutschein die ideale Lösung», so Dietrich. Der wird dann je nach Bedarf eingelöst. Auch in seinem Schuhgeschäft werde daher nach den Weihnachtstagen nur noch wenig umgetauscht.

Selbst dort, wo neben Gutscheinen noch viele handfeste Geschenke fürs Fest gekauft wurden, wird die Ware nur sehr vereinzelt durch etwas anderes ersetzt: Im Obergünzburger Modehaus Tschaffon seien Hemden und Schlafanzüge für die Männer und vor allem Pullover für die Frauen die Renner unter den Geschenken gewesen.

Offensichtlich habe man den Geschmack der Beschenkten getroffen, vermutet Cornelia Tschaffon-Epple. Denn bis jetzt sei fast nichts zurückgekommen. Eine Erklärung dafür hat Tschaffon-Epple ebenso: «Von Stammkunden kennen wir natürlich den Geschmack und können die Schenkenden dann entsprechend beraten.»

Sogar «verblüffend» findet es der Obergünzburger Juwelier Urban Aumann, wie wenig bei ihm bis jetzt umgetauscht worden sei. Dafür würden nun Gutscheine eingelöst, die sich unmittelbar vor den Feiertagen besonders gut verkauft hätten: «Viele Männer haben sich für diese Variante entschieden», so Aumann.

Warum aber wird gekaufter Schmuck seltener umgetauscht? Auch dafür hat der Juwelier eine Erklärung: Im Trend lägen bei Frauen Halsketten und Armbänder aus Silber. Und diese Schmuckstücke bieten derzeit viele Hersteller als «Sammelsysteme» an. Es gibt also laut Aumann zu den Ketten und Armbändern jeweils saisonale Anhänger (Sternchen, Herzchen), die entweder um den Hals oder auch an der Hand getragen werden können. Somit könnten Männer bei einer Schmuckserie immer wieder Teile nachkaufen. In Bezug auf Stil und Geschmack der Partnerin liegen sie dann auch gleich richtig.

Bescherung auf Bestellung

Aumann ist zudem Vorsitzender der Interessengemeinschaft Gewerbetreibender Obergünzburg (IGO), die ganzjährig Zehn-Euro-Gutscheine anbietet. Die können bei allen IGO-Mitgliedern eingelöst werden. Und auf diese Gutscheine habe es vor Weihnachten ebenso noch einen Ansturm gegeben, so Aumann.

Kuverts mit Gutscheinen machen dem verpackten Geschenkkarton unter dem Christbaum also immer stärkere Konkurrenz. Diesem Tenor schließt sich die Inhaberin von Eisen- und Haushaltswaren Osterberger, Andrea Bank, an. Der Umtausch spiele in ihrem Obergünzburger Geschäft kaum noch eine Rolle. Das liege aber auch daran, dass oft sehr genau auf Bestellung geschenkt werde.

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