Gillenmoos
Für das Moor zwischen Günzach und Aitrang sollen Schutzmaßnahmen erarbeitet werden

Geduldig hörten die Anwesenden, zumeist Grundbesitzer im Gillenmoos zwischen Aitrang und Günzach, aber auch Vertreter von Politik und Verbänden, den Referenten zu. Die informierten bei der Veranstaltung im Gasthof Ziegerer in Aitrang über die Bedeutung, die dem Moos für den Naturschutz zukommt sowie über das weitere Vorgehen, wie es geschützt werden soll. Als aber am Schluss Fragen gestellt werden durften, wurde schnell klar: Die Meinungen, wie der Naturschutz in diesem FFH-Gebiet umgesetzt werden sollte, gehen auseinander.

'Den Landwirten gehört die Fläche'

So forderte etwa Julia Römheld vom Landesbund für Vogelschutz, in einem konkreten Einzelfall müsse sofort gehandelt werden, statt erst die Managementpläne abzuwarten. Anton Sommer sagte: 'Leute, die von dem Grund leben müssen, ich betone, müssen, haben Vorrang vor Leuten, die ehrenamtlich oder hobbymäßig etwas machen.'

Eduard Albrecht vom Aitranger Gemeinderat appellierte an die Vertreter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), Forstdirektor Gerhard Limmer und Peter Geiger, die Grundbesitzer beim weiteren Vorgehen zu beachten. 'Den Landwirten gehört die Fläche'.

Die Grundeigner einzubinden, aus Betroffenen Beteiligte zu machen, das war indes das oft formulierte Ziel der Referenten. Geschützt werden sollen auch vor allem Gebiete, die sich, teilweise gerade wegen ordentlicher Bewirtung, in gutem Zustand befinden.

Man will im Gillenmoos keine Verbesserungsmaßnahmen ergreifen, so Limmer. Es gebe lediglich ein 'Verschlechterungsverbot'. Auch Geiger sagte: 'Eine ordnungsgemäße forstwirtschaftliche Nutzung ist möglich.' Annelies Rek von der Regierung von Schwaben wies darauf hin, dass FFH-Gebiete wie das Gillenmoos auch dabei helfen, Fördergelder zu bekommen.

Konkret vereinbart wurde auf der Veranstaltung noch nichts. Im Mai soll erst mit der Kartierung des Gillenmoos begonnen werden. Hierbei werden die Tier- und Pflanzenarten im Gebiet erfasst. Die Kartierung, so Andreas Walter vom regionalen Kartierteam 'Schutzgüter im Wald', erfolge nach festen Kriterien.

Anhand ihr soll dann bis Ende des Jahres ein Managementplan erstellt und an einem runden Tisch mit den betroffenen Grundeigentümern besprochen werden. Erst im nächsten Jahr soll dann die Umsetzung des Planes erfolgen.

Zum Ende der Sitzung gab es auch positive Stimmen. Bauernverband-Ortsobmann Franz Kögel meinte, die Veranstaltung sei gut gewesen, jeder habe sich alles von der Seele reden können. Auch Sommer sagte: 'Deshalb finde ich das so gut: Man muss zamhocken und reden.'

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