Fest
Feuerwehr Obergünzburg - 150 Jahre Jubiläumsfeierlichkeiten vom 3. bis 6. Juli

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Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Horst Seehofer, vertreten durch die Bayerische Europaministerin Dr. Beate Merk feiert die Freiwillige Feuerwehr Obergünzburg ihr 150jähriges Jubiläum.

Gleichzeitig werden der fertiggestellte Erweiterungsbau und ein neuen Mannschaftsfahrzeug (MTW) ihrer Bestimmung übergeben. Die Floriansjünger freuen sich auf das Fest mit reger Beteiligung der ganzen Bevölkerung, mit Freunden und Kameraden aus 'Nah und Fern'. Erwartet werden auch Gäste aus dem österreichischen Raffelstetten, mit denen die Obergünzburger Feuerwehr seit 1992 eine Freundschaft und Partnerschaft verbindet. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen dieses besondere Fest mit der ganzen Familie mitzufeiern.

Seit 150 Jahren nehmen die Freiwilligen Feuerwehren in Bayern erfolgreich und mit großem Einsatz die Aufgaben an, ihren Mitbürgern in Notsituationen zu helfen. In diese Anfänge reicht auch die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Obergünzburg zurück, die damit zu den ältesten Feuerwehren in ganz Bayern zählt.

Zum stolzen Jubiläum kann man allen Mitgliedern und Freunden der Freiwilligen Feuerwehr Obergünzburg gratulieren. Die zu bekämpfenden Gefahren und die technischen Hilfsmittel der Feuerwehren haben sich in den letzten 150 Jahren mit dem technischen Fortschritt grundlegend gewandelt.

Eines jedoch ist gleich geblieben. Die Feuerwehrleute von heute wie die Kameraden früherer Generationen haben in höchst anerkennenswerter Weise Mitmenschen geholfen, bereitwillig Freizeit geopfert sowie selbstlos Mühen und Gefahren auf sich genommen. Löschen, bergen, schützen, retten – all diese Aufgaben übernimmt die Feuerwehr.

Ein Blick in die Aufzeichnung zeigt, wie vielfältig die Aktivitäten waren. Werner Panse, der die Chronik in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr erstellt hat, fasste sie für die Jahre 1989 bis 2013 zusammen. Der Großteil der freiwillig geleisteten Stunden der Wehr fällt dabei für das Schützen vor Gefahren an. Es folgen Löschen und Retten und an vierter Stelle das Bergen.

Das Einsatzspektrum hat sich ausgeweitet. Die Anforderungen sind gestiegen. Auch die technische Ausrüstung ist entsprechend umfangreicher und besser. Dem entsprach die Gemeinde aktuell mit dem Anbau an das Feuerwehrhaus, der nun feierlich eingeweiht wird. Auch eine neue Drehleiter wird die Obergünzburger Stützpunktfeuerwehr mit ihren 63 aktiven Mitgliedern (insgesamt 201 Mitglieder) voraussichtlich noch heuer bekommen.

'Das Jubiläum wird ein weiterer Meilenstein in der Geschichte unserer Wehr sein', schreibt Vorsitzender Peter Rohrer in seinem Grußwort. 'Dieses Jubiläum veranlasst mich, unserer Mannschaft für die Ausübung dieses Dienstes ausdrücklich Dank und Anerkennung auszusprechen', schreibt Kommandant Markus Schäftner. Die Öffentlichkeit erwartet so eine professionelle Arbeit in allen denkbaren Schadenslagen.

Chronikauszug:

Die Freiwillige Turnerfeuerwehr wurde im Jahre 1864 aus dem 1862 gegründeten Turnverein gebildet und gab den Impuls hierzu der Schlossermeister Kasimir Staudenrausch. Die Statuten wurden errichtet im April 1864 und erhielten die bezirksamtliche Genehmigung am 30. September 1864. Dieselbe bestand damals aus 37 Mitgliedern, die ein Giebel- und Dachsteiger-Korps bildeten.

Das Turnen wurde recht fleißig geübt und am 25. Mai 865 empfing der Verein die Feuertaufe beim Brande des Anwesens Hermann Haus-Nr. 17, in Hartmannsberg, Gemeinde Burg (heute Hans Helchenberg). Da der Verein Jahre lang sich weder moralischer noch materieller Unterstützung von Seite n der Marktgemeinde-Vertretung zu erfreuen hatte, so hatte derselbe große und harte Kämpfe um sein Bestehen durchzumachen und die Mitgliederzahl reduzierte sich nach und nach wieder auf 1O Mitglieder (September 1866), und es bedurfte der Aufbietung der ganzen Energie des damaligen Vorstandes Casimir Staudenrausch, den Verein zu erhalten.

Nur langsam hob sich die Mitgliederzahl, bis sie im September 1869 stolze 50 Mann erreichte und an die Errichtung einer Spritzenmannschaft geschritten werden konnte, so dass die freiwillige Feuerwehr von nun an ihre Beihilfe der Gemeindefeuerwehr arbeiten konnte.

Allmählich gewann der Verein bei den Einwohnern an Sympathien und eine Gruppe junger Damen und Herren veranstalteten mit gutem Erfolg mit dem Ausschluss des Vereins Theatervorstellungen, deren Ertrag von 105 Gulden zur Gründung eines Unterstützungsfonds für Verunglückte Feuerwehrmänner verwendet wurde. Der erste Brand im Markt seit Gründung des Vereins fand 1869 statt, beim Anwesen des Leonhard Hailer im Unteren Markt.

Im Jahre 1870 widmeten die Frauen und Jungfrauen Obergünzburgs dem Vereine eine Fahne, deren Weihe kurz vor Ausbruch des Deutsch - Französischen Krieg es stattfand; auch wurden in diesem Jahre die ersten Messinghelme eingeführt.

Viele weitere Aufzeichnungen in der Chronik zeigen die Fortführung der Arbeit und Bemühungen der Männer auf. 1889 fand das die erste Jubiläumsfeier zum 25jährigenGründungsfestes und Weihe der neuen von den hiesigen Frauen und Jungfrauen gestifteten Fahne, wozu eine große Anzahl auswärtiger Vereine eingeladen waren.

Der Festakt fand auf dem Marktplatz bei strömendem Regen statt. Nach dem Mittagstisch beeindruckte der Festzug mit 50 auswärtigen Vereinen und 1.350 Mann bei Sonnenschein die Menschen am Straßenrand.

1907: Vom 26. Auf den 27. Oktober 1907 erscholl plötzlich der Feuerruf ,,beim Hirschwirt brennts". Rasch war alles am Platze. Auch die Nachbarfeuerwehren von Burg, Immenthal, Untrasried und Ronsberg waren schnell schienen, doch konnte kaum mit aller Muhe das angebaute Wohn und Geschäftshaus der Fr. Unglert gerettet werden und den nächsten Morgen bei Anbruch des Tages sah man statt der schönen stattlichen Wirtschaft nunmehr einen qualmenden Trümmerhaufen.

Der schöne Hirschsaal, in dem die Feuerwehr so viele Versammlungen und Vergnügen abgehalten, sind nicht mehr und so manche Erinnerungen, die sich aus früherer Zeit an diesen Saal knüpften, ist jetzt in Schutt und Asche begraben. Beinahe fünf Tage und Nächte musste die Feuerwehr Wache halten, bis vollständig Ruhe eintrat. So endete das Vereinsjahr 1907.

So aufschlussreich und spannend, sind die Aufzeichnungen bis in unsere Zeit. Die Chronik baut auf die Festschrift von 1989 zum 125-jährigen Bestehen auf mit einem ausführlichen Rückblick auf die Feuerwehrgeschichte in Obergünzburg, so Pressesprecher Robert Müller. Mit zahlreichen Bildern sind in der Chronik unterschiedlichste Einsätze festgehalten.

Autounfälle gehören ebenso dazu wie die Behebung von Sturmschäden, Hilfen bei Hochwasser und natürlich das Löschen von Bränden. 'Mittlerweile gibt es weniger Brände. Unsere Einsätze verlagern sich mehr in Richtung Technische Hilfeleistung', sagen erfahrene Feuerwehrleute, die für die Chronik interviewt wurden.

'Wir sind immer für Sie da: 24 Stunden am Tag. 365 Tage im Jahr', ist auf dem Prospekt zu lesen, mit dem die Floriansjünger auf sich aufmerksam machen und gleichzeitig um Nachwuchs werben. Vom 3. bis 6. Juli zeigen sie, dass sie nicht nur retten, sondern auch feiern können, mit viel Musik und einem Festumzug durch den Markt. Der neue Anbau am Feuerwehrhaus wird eingeweiht und zum Abschluss wird am Sonntag, 6. Juli ein brillantes Feuerwerk gezündet.

Festprogramm:

Donnerstag, 3. Juli: Festakt für geladene Gäste im neuen Anbau. Der neue Anbau werden an einem 'Tag der offenen Tür' der Öffentlichkeit gezeigt. Im Festzelt spielen ab 19 Uhr für alle Besucher die beiden Gruppen 'Griestaler' und 'Losamol' - Eintritt: 5,00€

Freitag, 4. Juli: Blaulicht-Party im Festzelt auf der Rösslewiese mit Mickie Krause und der Alpenmafia - Eintritt: 15,00€

Samstag, 5. Juli: Allgäu Power spielt zum Stimmungsabend ab 19 Uhr - Eintritt: 7,00€

Sonntag, 6. Juli: 9 Uhr - Aufstellung am Bierzelt zum Kirchenzug ab 9 Uhr

Fest-Gottesdienst in St. Martin und danach ist ein zünftiger Frühschoppen mit der Jugendkapelle Obergünzburg. 13:30 Uhr: Großer Festumzug mit über 80 Gruppen und 10 Musikkapellen - danach spielen ab 15 Uhr die Günztal-Tornados im Zelt und am Abend (ab 20 Uhr) steht ein Stimmungskarussell auf dem Programm: Es spielen die Kapellen Willofs, Allgäuer Dorfmusikanten Böhen und Ebersbach. Zum Abschluss wird ein Feuerwerk gezündet.

Seit 150 Jahren nehmen die Freiwilligen Feuerwehren in Bayern erfolgreich und mit großem Einsatz die Aufgaben an, ihren Mitbürgern in Notsituationen zu helfen. In diese Anfänge reicht auch die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Obergünzburg zurück, die damit zu den ältesten Feuerwehren in ganz Bayern zählt.

Zum stolzen Jubiläum kann man allen Mitgliedern und Freunden der Freiwilligen Feuerwehr Obergünzburg gratulieren. Die zu bekämpfenden Gefahren und die technischen Hilfsmittel der Feuerwehren haben sich in den letzten 150 Jahren mit dem technischen Fortschritt grundlegend gewandelt. Eines jedoch ist gleich geblieben.

Die Feuerwehrleute von heute wie die Kameraden früherer Generationen haben in höchst anerkennenswerter Weise Mitmenschen geholfen, bereitwillig Freizeit geopfert sowie selbstlos Mühen und Gefahren auf sich genommen. Löschen, bergen, schützen, retten – all diese Aufgaben übernimmt die Feuerwehr.

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