Ärzteteam
Dr. Barbara Müller aus Obergünzburg will ab Oktober in Nepal Menschen in größter Not behandeln

«Ich habe dort keinen Strom, kein Wasser, keinen Behandlungsstuhl » Die Obergünzburger Zahnärztin Dr. Barbara Müller weiß, was auf sie wartet.

Wenn sie im Oktober in einem ehrenamtlichen Hilfsteam von rund fünfzehn Ärztinnen und Krankenschwestern für drei Wochen nach Nepal fliegt, wird sie in Kathmandu und in entlegenen Dörfern des Landes Menschen behandeln, die sonst keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Und keinen Zahnarzt. Menschen, die bitterarm sind.

In einem Feldlazarett wird es womöglich einen Holzstuhl geben, Müller wird eine Stirnlampe haben, vielleicht ein Notstromaggregat für den Sterilisator. Und ihren Alukoffer mit ihren chirurgischen Instrumenten, mit dringend benötigten Schmerzmitteln und Antibiotika. Dann wird sie Zähne ziehen, Schmerzen beseitigen. Zudem hofft sie, auch über Vorsorge informieren zu können. Dafür packt sie eine große Demonstrations-Zahnbürste ein und möglichst viele Zahnbürsten für ihre Patienten.

1988 in Jamaika tätig

<< Jeder kann von seinen Fähigkeiten auch etwas weitergeben an Menschen, die Hilfe benötigen >>, beschreibt Müller den Wunsch, für Bedürftige unentgeltlich etwas zu tun. Schon einmal, 1988, arbeitete sie gemeinsam mit ihrem Mann Zahnarzt Dr. Roland Müller in einem ähnlichen Projekt. Damals reiste das Ehepaar in Jamaika mit einem ehrenamtlichen Hamburger Zahnärzteteam drei Monate lang von Ort zu Ort. Sie behandelten die, die sich keinen Zahnarzt leisten konnten, in Krankenhäusern und Schulen.

Durch die Bindung an die in Obergünzburg gegründete gemeinsame Praxis und die Familie war dies seitdem nicht mehr möglich. Barbara Müller steht aber auf der Ärzteliste der Hilfsorganisation Humedica.

Dadurch kam ein Kontakt mit dem christlich orientierten << Jugend-, Missions- und Sozialwerk Altensteig >> zustande, das unter anderem humanitäre Hilfsprojekte für Nepal durchführt. So gab es vor zwei Jahren ein erstes Medizinercamp, das in nepalesische Dörfer ging, noch ohne Zahnmediziner. Humedica unterstützt das Projekt mit Medikamenten. Die Flugkosten übernimmt die Zahnärztin selbst.

Noch gilt es viel vorzubereiten. Impfungen sind nötig, Visum und Arbeitserlaubnis einzuholen. Ihr Mann unterstütze sie, halte zu Hause die Praxis offen, so Barbara Müller. Bei einem Treffen des neuen Teams in Altensteig, im Nordschwarzwald, hörte sie Erfahrungsberichte von 2009. Oft seien die Ärzte an medizinische Grenzen gestoßen. << Man macht das, was am praktikabelsten ist. >>

Ein Rundbrief der Koordinatorin Rebekka Bodemer, einer Krankenschwester, verdeutlicht die Not der Menschen, auch vieler Kinder.

Geholfen wird allen, das ist Müller wichtig. Auch wenn christliche Nächstenliebe die Motivation ist, richte sich das Projekt nicht an Menschen bestimmter Glaubensrichtung. Sie habe, so Müller, eine pragmatische Einstellung. << Ich mache das, was ich tun kann. Das ist besser, als gar nichts zu tun. >>

Für das medizinische Hilfsprojekt bittet das Jugend-, Missions- und Sozialwerk Altensteig um Spenden. Stichwort: Hilfe für Nepal - humanitäre Hilfsprojekte, Projektnummer 365 NW. Konto 62049020 bei der Volksbank Nordschwarzwald (Bankleitzahl 64261853).

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