Marktrat
Diskussion - Braucht Obergünzburg mehr Krippenplätze?

Die Frage, ob die Kinderkrippe für eine zweite Gruppe ausgebaut werden soll, wird sich der Obergünzburger Marktrat in den kommenden Monaten stellen. In seiner jüngsten Sitzung informierten Anja Mayr und Sabine Brems vom Ostallgäuer Jugendamt über rechtliche Hintergründe und aktuelle Zahlen für die Bedarfsplanung.

2013 tritt eine Gesetzesänderung zur Kindertagesbetreuung in Kraft. Sie schafft für Kinder von ein bis drei Jahren einen einklagbaren Rechtsanspruch auf Förderung in einer Kindertageseinrichtung oder in der Kindertagespflege.

Mit einer Elternbefragung lotete das Landratsamt den Betreuungsbedarf für die unter dreijährigen Kinder in den Ostallgäuer Gemeinden aus. In Obergünzburg kamen 51 Prozent der Fragebögen zurück. 40 Prozent davon beantworteten die Frage nach einem Bedarf mit ja oder eher ja.

Mit Betreuungsgeld würden 47 Prozent in der Familie betreuen. Die Versorgungsquote in Obergünzburg liegt mit zwölf Krippenplätzen derzeit bei neun Prozent. Im Durchschnitt der Gemeinden beträgt sie 17 bis 22 Prozent. Kommt eine zweite Krippengruppe, wären es auch in Obergünzburg 17 Prozent.

Nach Mayrs Erkenntnissen ist das Interesse an einer Kindertagesbetreuung in Obergünzburg etwas geringer als anderswo. Eine Versorgungsquote von 35 Prozent, wie sie im Gespräch ist, sei 'im gesamten Ostallgäu zu hoch gegriffen und für Obergünzburg wäre es ein Überausbau', so Mayr.

Ausschlaggebend sei der tatsächliche Bedarf. Drei der Befragten wären auch an einer Tagespflege interessiert, aber 'wir finden im Ostallgäu keine Tagesmütter'. Brems wies auf die derzeit noch gute Förderungssituation für den Krippenausbau hin.

Eventuell, so Mayr, ließen sich auch innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Lösungen finden. Dennoch gehe sie von einem – mittelfristig weiter wachsenden – Bedarf für Obergünzburg aus.

Bürgermeister Lars Leveringhaus sah einerseits die Gefahr eines Überkapazitätenaufbaus, unterstrich jedoch die Verpflichtung, Eltern mit allen Betreuungsangeboten zu unterstützen.

Hilfe für Jugendliche

Mit Zahlen und Hintergründen informierten auch Tatjana Tichy und Sandra Gurmann von der Kompetenzagentur Allgäu den Rat. Schwerst benachteiligte junge Leute im Alter von 15 bis 25 Jahren stehen im Mittelpunkt ihrer 'aufsuchenden und niedrigschwelligen' Jugendsozialarbeit, die sie im nunmehr zweiten Projektjahr in Obergünzburg leisten. 'Wir versuchen, aufzufangen und zu helfen.' 35 Jugendliche, davon 24 in intensiver Einzelarbeit, beriet und betreute Sozialarbeiterin Gurmann seit September 2011.

Die Probleme seien vielfältig. Hauptthema seien die Ausbildung oder Arbeitssuche. Seelische Erkrankungen, so Gurmann, nähmen immer mehr zu. Auch Sucht oder Straffälligkeit seien nicht selten. Sie berichtete auch von Erfolgen:

Ein Drittel der jungen Leute wurden in eine Ausbildung, 21 Prozent in eine Arbeitsstelle vermittelt. Leveringhaus sah darin eine sinnvolle Maßnahme. Und angesichts erzielter Erfolge müsse sich die Gemeinde, selbst wenn Fördergelder wegfielen, 2013 die Frage nach einer Fortführung stellen.

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