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Grippewelle
Der heiße Tanz mit den Viren beginnt

Bei hohem Fieber, Kopf-, Gliederschmerzen und Husten schrillen die Alarmglocken: Bei solchen Symptomen nimmt der Ruderatshofener Hausarzt Dr. Robert Martin dieser Tage vom Patienten einen Nasen- und Rachenabstrich und lässt diesen von einem Labor auf Influenza-Viren prüfen. Martins Verdacht hat sich in diesem Winter zwar noch bei keinem Patienten erhärtet. Doch «die Grippewelle rollt jetzt langsam an», sagt Dr. Christian Hellmich, Leiter des Ostallgäuer Gesundheitsamts, wo bislang acht bestätigte Grippefälle gemeldet wurden. Und 90 Prozent der Grippeerkrankungen würden in Bayern auf die Neue Influenza fallen (auch Schweinegrippe genannt), ergänzt das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Angst haben müsse man vor der Neuen Grippe jedoch nicht, beruhigt Allgemeinarzt Dr. Peter Kutschera aus Obergünzburg: «Die Schweinegrippe unterscheidet sich in ihrem Verlauf kaum von der üblichen Influenza.» Und der aktuelle Impfstoff wirke auch gegen die Neue Grippe.

Hellmich rät, sich beim Hausarzt jetzt noch impfen lassen, damit die Viren erst gar nicht zum Zug kommen (Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen). Bis der Impfstoff wirkt, dauert es sieben bis 14 Tage.

Die Impfung empfiehlt Hellmich vor allem Personen mit Grunderkrankungen, Menschen, die älter als 60 Jahre sind, Schwangeren und Beschäftigten mit viel Publikumsverkehr - darunter auch Hausärzte.

Händeschütteln überträgt Viren

«Seit Jahrzehnten» lässt sich Martin selbst impfen und hatte seither Ruhe vor den Grippeviren. Hauptansteckungsquelle sei neben der Tröpfcheninfektion (Niesen, Husten) vor allem das Händeschütteln. Martin begrüßt seine Patienten zwar nach wie vor per Handschlag. Doch seine Hände desinfiziert der Arzt nach jeder Behandlung. Und auch die Türklinken würden mehrmals am Tag desinfiziert.

Aber trotz aller Vorsicht finden die Viren immer wieder den Weg in den Organismus. Wenn dann der heiße Tanz mit den Erregern beginnt, die Körpertemperatur in die Höhe schnellt und man sich «total kaputt» fühlt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Laut Dr. Martin bricht die Grippe schlagartig aus. Mit vergleichsweise harmlosen Schnupfenviren seien die Influenza-Erreger nicht zu vergleichen. «Die sind viel brutaler», so Martin.

Und da hilft auch kein Antibiotikum, stattdessen «verschreibt» Dr. Kutschera an Grippe erkrankten Patienten Ruhe und Schonung - damit das körpereigene Abwehrsystem den Viren in der rund einwöchigen Akutphase auch Paroli bieten kann. Viel trinken und viel schlafen sollten die Erkrankten, fügt Kutschera hinzu. Diese Tipps gelten außer für die Grippe auch für Erkältungen - denn wenn Erkrankungen verschleppt werden, könnten chronische Beschwerden entstehen, die dann schwerer zu behandeln seien.

 

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