Sagen
Bei Peter Würls Sagenvortrag in Obergünzburg wird es unheimlich

Hexentanzplätze und Teufelsküche, menschenfressende Drachen, eine versunkene Stadt oder die Kunst, sich mit Hilfe eines Zauberbuchs unsichtbar zu machen: Peter Würl hat, wie er sagt, 'ein Faible für skurrile, nicht alltägliche Geschichten'. Der Obergünzburger Autor und Lyriker wandert gern auf historischen Spuren, sammelt Sagen und Merkwürdigkeiten, auch Zeugnisse eines Aberglaubens, der manchmal bis heute lebendig ist. Seit er 1984 ins Günztal kam, hat er hier vieles entdeckt und zusammengetragen.

Um in Würls Welt einzutauchen, hatten Andrea Mair und Gabriele Schweiger in die Villa Eichenschlössle des Obergünzburger 'Teams Lebensfreude' eingeladen. Dort lauschten die Besucher im voll besetzten Vortragsraum gespannt Würls anekdotischer Führung – und seinen Gedichten aus einem 'Tal am Rande der Welt'.

Er erzählte von Guntia, der keltischen Göttin, schilderte das Geotop Teufelsküche zwischen Obergünzburg und Ronsberg als angeblich keltisches Heiligtum und Versammlungsort teuflischer Mächte.

Auf dem Lausberg bei Oberegg und dem Haarberg in der Nähe von Kraftisried sollen sich Hexen getroffen haben, und eine untergegangene reiche Stadt findet sich, der Sage nach, unterhalb von der Burg Ronsberg. Dort seien noch bis vor zweihundert Jahren am Magnustag einige Heusäcke sinnbildlich für einen menschenfressenden Drachen verbrannt worden.

Das Los der letzten Hexe

Unheimliche Spukgestalten taumeln durchs Günztal, erzählte Würl. Wer nächtens bei Burg Liebenthann dem 'Kreuzschweden' begegnen sollte, habe jedoch nichts zu befürchten: 'Werfen Sie einen Stein', riet Würl schmunzelnd – und das Gespenst werde in der Erde versinken.

Auf solche Sagen und historische Hintergründe, wie das Los der letzten Obergünzburger Hexe, stieß er in den Chroniken der Region, etwa von Gutbrod und Epplen oder bei Weitnauers 'Allgäuer Sagen'. Volkstümliche 'Zauberbücher', wie das 'Sechste und siebte Buch Moses', wälzte Würl ebenfalls bei seiner Suche. Doch der Aberglaube ist nicht nur in alten Schmökern präsent. Auch im Internet werden, wie Würl recherchierte, zahlreiche Gespensterbegegnungen geschildert.

So vom Sachsenrieder Forst, der die Spukgläubigkeit auch heute noch entzündet.

Die Veranstaltung wird am Montag, 13. Februar, (ausgebucht) und Donnerstag, 16. Februar, wiederholt. Für den 16. Februar sind unter Telefon 08372/98175 noch Reservierungen möglich.

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