Schwungrad
Auch nach Projektende bleiben Jugendliche aus dem Ostallgäu bei Jugend ins Ehrenamt

30 Stunden in drei Monaten freiwillig für andere Menschen zu opfern, das allein ist schon viel wert. Noch nicht genug war das aber für Pia Traut, Christina Uhlemayr und Stella Marsch, die voriges Schuljahr alle beim Projekt 'Jugend ins Ehrenamt' des Schwungrades mitmachten.

Das Projekt des Ostallgäuer Freiwilligenzentrums hat den Mädchen so gut gefallen, dass sie nun ehrenamtlich weiterarbeiten: Während Pia Traut und Christina Uhlemayr im Obergünzburger Seniorenheim für ältere Menschen da sind, hilft Stella Marsch im Marktoberdorfer Tierheim mit.

Ehrenamtliche werden gebraucht

'Ich fand es schön, nach der Schule dorthin zu gehen', erzählt Pia und so verbringt sie ihre Dienstagnachmittage auch weiterhin im Obergünzburger Seniorenheim. Am Anfang spielte sie mit den Bewohnern und ging mit ihnen spazieren. Inzwischen füttert die 14-Jährige auch diejenigen, die nicht mehr selbst essen können.

'Unsere Bewohner lieben junge Leute', hat Pflegedienstleiterin Luise Hartmann beobachtet. Realschülerin Pia freut sich auch über die neuen Kontakte im Seniorenheim. Dabei macht sie auch lehrreiche Erfahrungen: 'Zu Demenzkranken komme ich auch jede Woche und nie erkennen sie mich wieder.' Das habe sie sich früher nicht vorstellen können.

Auch in den anderen Einsatzstellen lernen die Jugendlichen viel fürs Leben. In Marktoberdorf engagieren sie sich in Sportvereinen, Kindergärten im Weltladen oder eben im Tierheim. Dort ist Stella Marsch (14) dabei geblieben: 'Die Arbeit mit den Tieren hat mir einfach gefallen und das Team ist sehr nett.'

Deshalb hilft sie immer noch aus. Darüber freut sich auch Heinz Krämer, Vorsitzender des Tierschutzvereins, und sagt: 'Ehrenamtliche brauchen wir immer.' Insgesamt sei es aber schwer, Jugendliche zu finden: 'Die sind in der Schule stark eingespannt.'

In Projektheften sind alle Marktoberdorfer und Obergünzburger Einsatzstellen von 'Jugend ins Ehrenamt' eigens aufgeführt. 'Oft suchen sich die Jugendlichen ihre Einsatzstellen dann selbst aus', sagt Organisatorin Silke Englisch vom Schwungrad. Nach der Premiere im vergangenen Schuljahr haben sich heuer mehr als 100 Jugendliche für das Projekt angemeldet.

Ein paar von ihnen werden vielleicht wieder bei der Stange bleiben und andere mit ihrer Begeisterung anstecken. Wie Pia Traut, deren Schulfreundin Christina Uhlemayr sie jetzt immer dienstags ins Seniorenheim begleitet. In den 30 Stunden Projektzeit arbeitete Christina (14) ehrenamtlich im Obergünzburger Kindergarten

'Die kleinen Strolche' mit. Obwohl es ihr dort gefallen hat, wechselte sie ins Seniorenheim, weil sie gemeinsam mit ihrer Freundin Pia ehrenamtlich arbeiten wollte.

Beruflich möchte Pia später im sozialen Bereich bleiben, Christina weiß es noch nicht und Stella schwebt eine Ausbildung zur Hotelfachfrau vor.

Die Zeit wird knapp

Christina, Pia und Stella würden sich gerne noch länger ehrenamtlich einbringen. Wenn da die Schule nicht wäre. Nächstes Jahr steht für das Trio der Realschulabschluss an. 'Da wird die Zeit knapp', fürchtet Pia. Doch der Abschied vom Seniorenheim würde ihr schwerfallen.

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