Entstehungsgeschichte
Als die Dinosaurier im heutigen Allgäu herrschten

Ein Tyrannosaurus rex stapft durch tropischen Urwald. Die Welt steht im krassen Kontrast zur Lebensrealität der frühen Menschen. Vor 100 Millionen Jahren befinden wir uns in der Kreidezeit, der Hauptepoche der Dinosaurier.

Ein Tyrannosaurus rex stapft durch tropischen Urwald. Die Welt steht im krassen Kontrast zur Lebensrealität der frühen Menschen. Vor 100 Millionen Jahren befinden wir uns in der Kreidezeit, der Hauptepoche der Dinosaurier.

Damals streift das größte Raubtier aller Zeiten umher. Der Tyrannosaurus sucht Beute, vorzugsweise einen Pflanzenfresser, in den er seine 15 Zentimenter langen Zähne rammen kann. Zu seinen potenziellen Opfern gehört der Triceratops mit riesigen Hörnern, die aus einem Knochenschild am Schädel ragen. Konkurrenz machen könnte Rex der Velociraptor, ein kleinerer aber agiler Jäger. Seit dem Film Jurassic Park ist er der Bösewicht unter den Dinos.

Zugegeben, das Allgäu und die Zeitangabe vor 100 Millionen Jahren widersprechen sich ein wenig. Denn die Region ist damals noch eine Großbaustelle: Afrika liegt noch weiter von der eurasischen Landmasse entfernt, sagt der Allgäuer Geologie- und Geschichts-Autor Wolfram Benz aus Eglofs. Doch die Kontinentalplatten pressen sich unaufhaltsam gegeneinander. Und wenn diese Schichten der Erdoberfläche kuscheln, geht es grob zu. Noch heute verursachen die Bewegungen dieser Riesen-Puzzleteile Erdbeben, wie jüngst in Nepal. Damals falten sie die Alpen auf.

Wo heute grüne Wiesen vor mächtiger Bergkulisse Urlauberherzen höher schlagen lassen, breitet sich vor 100 Millionen Jahren das warme Urmittelmeer Tethys aus. Dort hatten sich in vielen Millionen Jahren zuvor verschiedene Gesteinsschichten abgelagert.

Afrika drückt aus dem Süden gegen die Erdplatte, auf der heute das Allgäu liegt. Der Südkontinent presst die in der Senke entstandenen Schichten wie übereinanderliegende Tücher vor sich her, veranschaulicht Benz. Dies geschieht über Millionen Jahre mit den Ablagerungen. Afrika quetscht die Schichten immer weiter aus dem Meer zu unseren Alpen empor. Zeugen dieser Vorgänge sind Meeresfossilien, die heute in den Bergen zu finden sind.

Das alles geschieht so langsam, dass es unsichtbar bleibt. Noch herrschen Reptilien über die Welt. Doch die Tage dieser mächtigen Tiere sind gezählt. Wissenschaftler sind sich heute einig, dass Klimaveränderung sie von der Erde fegen wird, obwohl sie im Gegensatz zum Menschen nicht in der Lage sind, diese selbst zu verursachen. Wahrscheinlich ist ein Geschoss aus dem All schuld. Ein Meteoriteneinschlag im Golf von Mexiko, in der Nähe der Halbinsel Yucatán, zerstört durch seine verheerenden Folgen große Teile des Lebens in der Kreidezeit.

Säugetiere füllen freie Nischen

Es läutet eine weitere Zeitenwende ein: das Tertiär vor 65 bis 2,6 Millionen Jahren vor unserer Zeit. Die Kontinente rücken in ihre heutige Position. Das Klima kühlt langsam ab, Jahreszeiten prägen sich aus und Säugetiere drängen in die Nischen, die mit dem Aussterben der Dinosaurier frei wurden. Der Weg für die ersten Primaten - und damit für die Gattung Homo im darauffolgenden Quartär ist geebnet.

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