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Unterirdische Gänge und ein Geisterdorf
Rettungshunde des BRK Oberallgäu trainierten in Luxemburg

 Eine der Hundeführerinnen beim Ansetzen ihres Hundes zur Suche in einem Übungsdorf des Militärs. Er soll ein Gebäude absuchen.
  • Eine der Hundeführerinnen beim Ansetzen ihres Hundes zur Suche in einem Übungsdorf des Militärs. Er soll ein Gebäude absuchen.
  • Foto: Tanja Schaber
  • hochgeladen von Julian Hartmann

Acht Hundeführer mit neun Suchhunden der Rettungshundestaffel des BRK Oberallgäu verbrachten jüngst eine Trainingswoche bei den Kollegen des luxemburgischen Roten Kreuzes. Die vielfältigen Übungsgelände umfassten unterirdisch in den Felsen gehauene Höhlen und Gänge aus dem 17. Jahrhundert (die sogenannten Kasematten), einen Truppenübungsplatz mit einem "Geisterdorf", eine unterirdische Baustelle am Flughafen Lux, aufgelassene Wohnblocks sowie große Wälder.

"Die Übungsgelände wurden von den Luxemburgern hervorragend ausgesucht", lobt Prof. Dr. Christoph Tiebel, der Arbeitskreisleiter Rettungshundearbeit des BRK Oberallgäu. "So fanden sowohl die Trümmer-, als auch die Flächensuchhunde sowie die Mantrailer-Teams beste Übungsbedingungen vor, die auch für die Hundeführer wirklich spannend waren. Trainiert wurde täglich von 8:00 Uhr bis gegen 18 Uhr."

Hochqualitative Rettungshundearbeit könne nicht nur auf dem Hundeplatz in Bayern stattfinden, betont er. "So vielschichtig wie die Hunderassen und Hundetypen sind, muss auch die Ausbildung sein." Auch vor dem Hintergrund größerer Katastrophen sei es für die Teams des BRK wichtig, eine umfassende Ausbildung sowie Trainingsmöglichkeit „über den Tellerrand“ zu bekommen. Dies komme letztendlich den vermissten, hilflosen Personen zu Gute.

Normalerweise trainiert die Rettungshundestaffel des BRK Oberallgäu jedes Jahr im August eine Woche lang in der Zollhundeschule Neuendettelsau. "Auf dem großen Gelände des Zoll und der Bundespolizei werden sonst Diensthunde, z.B. Drogenhunde oder Schutzhunde, ausgebildet. Es ist ein großes, eingezäuntes Waldgebiet mit viele Bunkern aus den Kriegszeiten. In der Zollhundeschule kann man übernachten und gekocht wird immer in eigens mitgebrachten Kochzelten. Corona-bedingt stand uns das Gelände in diesem Jahr aber nicht zur Verfügung, weil die Diensthunde diesmal keine Sommerpause eingelegt und auch in der Urlaubszeit trainiert haben."

Die Woche in Luxemburg sei eine exzellente Alternative gewesen. „Mit dabei waren Kollegen der BRK Rettungshundestaffel Fürth, der Pompiers de Paris und der Groupe cynotechnique de l'Ain. Der Austausch ist interessant: Während unsere BRK- Rettungshundestaffel aus dem Oberallgäu und die Rotkreuz-Kollegen aus Luxemburg schon seit über 10 Jahren gemeinsam trainieren und alles ehrenamtlich leisten, sind die Franzosen hauptamtliche Hundeführer der Pariser Feuerwehr. Diese wird vom Militär gestellt und die Hundeführer arbeiten in der Stadt Paris im Schichtdienst mit ihren Hunden. Parallel zur Rettungshundearbeit sind sie noch zuständig für die Tierrettung in Paris. Gerade bei speziellen Fragen in der Trümmersuche oder beim Mantrailing konnten wir wertvolle Hinweise und Tipps der ausländischen Staffeln aufnehmen.“ Eine Besonderheit der etwas anderen Art sei auch das "Sprachenwirrwar zwischen Deutsch, Luxemburgisch, Französisch, Englisch sowie Händen und Füßen" gewesen, schmunzelt er und ergänzt: "Übrigens werden alle Aufwendungen für Hund, Tierarzt, Futter wie auch die Kosten für die Trainingswoche von unseren Ehrenamtlichen privat gezahlt. Dankbar sind wir für die finanzielle Unterstützung durch das BRK."

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