"Wir sind noch zu langsam"
Landkreis Oberallgäu passt "Masterplan 100% Klimaschutz" an

Der Landkreis Oberallgäu passt seine Klimaziele an (Symbolbild Klimawandel).
  • Der Landkreis Oberallgäu passt seine Klimaziele an (Symbolbild Klimawandel).
  • Foto: Bild von Gerd Altmann auf Pixabay.
  • hochgeladen von Lisa Hauger

Das Oberallgäu hatte vor einigen Jahren in einem "Masterplan 100% Klimaschutz " beschlossen, die Treibhausgasemissionen des Landkreises um 95 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken und den Energieverbrauch zu halbieren, erklärt Pressesprecherin Brigitte Klöpf vom Landratsamt Oberallgäu. Dieses Ziel sollte bis 2050 erreicht werden. Nun wird der Ausschuss für ÖPNV, Energie und Klimaschutz diesen Masterplan überarbeiten. Der Grund: Der CO2-Ausstoß sinkt bislang nicht so schnell, wie er sollte.

CO2-Emissionen zu hoch

Laut CO2-Bilanz 2019 fallen derzeit die CO2- Emissionen im gesamten Landkreis um rund 1,2 Prozent pro Jahr. "Allein zur Erreichung der bisherigen Ziele des Masterplans müsste dieser Kennwert in den kommenden Jahren dauerhaft verdreifacht werden", so Klöpf. Der Landkreis Oberallgäu will dazu beitragen, den globalen Temperaturanstieg auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen.

Es muss noch schneller gehen

Dieses Ziel ist auch in dem Pariser Klima-Abkommen von 2015 verankert. Um den Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen, muss es noch schneller gehen, erklärt Martin Sambale, Geschäftsführer Energie- und Umweltzentrum Allgäu (Eza). "Wir sind noch zu langsam, wenn wir Paris betrachten", sagt er gegenüber all-in.de.  

Ausschuss will Masterplan anpassen

In einer Sitzung am Montag hat der Ausschuss für Öffentlichen Verkehr, Energie und Klimaschutz deshalb beschlossen, den Masterplan zu überarbeiten. Nun muss geprüft werden, welche Maßnahmen eventuell beschleunigt und welche zusätzlichen Maßnahmen berücksichtigt werden können. 

Laut Sambale werde es aber vermutlich bis Anfang nächsten Jahres dauern, bis ein vollständig ausgearbeiteter Plan im Beschluss diskutiert werden könne. Der Geschäftsführer betont, dass die Anpassung  "sau wichtig" sei. Aber sie hänge auch sehr von der Weichenstellung auf Bundes- und Landesebene ab.

Jeder kann CO2 einsparen 

Aktuell ist Sambale noch etwas pessimistisch. Auf Bundesebene müsse sich noch etwas ändern. Auf der Landkreisebene gebe es hingegen bereits engagierte und motivierte Akteure. Als Mitwirkende sind neben dem Landkreis auch private Hauseigentümer gefordert. Sie können beispielsweise ihre bestehenden Wohnhäuser energetisch sanieren oder alte Öl-Heizungen durch andere Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energien ersetzen, sagt Klöpf. Aber auch Unternehmen, die ihre technischen Anlagen auf Energieeffizienz überprüfen und eventuell anpassen, sind gefordert. Projekte, die Menschen dazu bewegen können, öfter auf ihr Auto zu verzichten und öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, können ebenfalls beim Erreichen der Klimaziele helfen.

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