Kneippen
Eine Alternative zum Baden: Abkühlung in Allgäuer Tretanlagen

Die Kneippinsel auf dem Hopfensee.
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  • Die Kneippinsel auf dem Hopfensee.
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Wenn es im Sommer wieder heiß wird, sehnen sich manche nach einem Sprung in den Badesee. Das ist jedoch nicht immer möglich. Eine schnelle Abkühlung bietet das Kneippen. Neben der Erfrischung tut man mit dem Wassertreten aber auch noch etwas für seine Gesundheit.

Im Allgäu hat fast jeder Ort seine eigene Tretanlage, mancher sogar mehr als eine. Ob in natürlichen Gewässern oder in Kneippbecken: Kneippen ist moderner denn je. Egal ob, versteckt im Wald, mitten im Stadtpark oder auf einem Berg mit toller Aussicht. In unserer Karte unten finden Sie einige der Tretanlagen im Allgäu.

Was ist Wassertreten?

Eine der bekanntesten Kneippanwendungen ist das Wassertreten. Dabei geht man durch das kalte Wasser eines Tretbeckens. Wichtig dabei ist die richtige Technik, der sogenannte Storchengang. Mit dem einen Bein steht man im Wasser, das andere hebt man hoch um einen Schritt zu machen. Die Fußspitze wird dabei etwas nach unten gebeugt - wie ein Stroch beim Gehen.

Wofür ist Wassertreten gut?

Wassertreten kühlt nicht nur ab, sondern hilft auch der Gesundheit. Das Gehen im kalten Wasser soll dabei den Kreislauf anregen und die Durchblutung fördern. Außerdem kräftigt es die Venen, soll bei Krampfadern helfen und den Stoffwechsel anregen. Allgemein spricht man davon, dass Wassertreten das Immunsystem stärkt und auch bei Migräne hilft.

Besonders im Sommer kann Wassertreten gegen die Hitze helfen. So etwa wenn die Beine heiß sind und sich durch die Temperaturen geschwollen anfühlen. Am Abend kann es außerdem für einen guten Schlaf sorgen.

Gibt es verschiedene Anlagen?

Bei den Anlagen unterscheidet man zwischen Tretbecken und natürlichen Anlagen. Erstere sind eigens dafür angelegte Becken. Natürliche Anlagen findet man häufig an Flüssen, Bächen oder Seen. In beiden Fällen gibt es in der Regel ein Geländer, an dem man sich beim Wassertreten festhalten kann.

Woher kommt das Wassertreten?

Durch Sebastian Kneipp wurde das Wassertreten erst richtig bekannt. Solche Anwendungen gab es bereits zuvor, doch dank Kneipp schaffte die Behandlungsmethode sozusagen ihren Durchbruch. Deshalb wird Wassertreten auch Kneippen genannt.

Sebastian Kneipp ist 1821 in Stephansried, einem heutigen Ortsteil von Ottbeuren, geboren und 1897 in Bad Wörishofen gestorben. Er war ein römisch-katholischer Priester, der als Hydrotherapeut und Naturheilkundler bekannt wurde. Seine Behandlungsmethoden beruhen auf fünf Säulen, eine davon die Hydrotheraphie. Die bekannteste Anwendung ist das Wassertreten.

Die wichtigsten Regeln beim Kneippen

  1. Vor und nach dem Essen sollte man etwa eine Stunde bis zur Anwendung warten.
  2. Nicht mit kalten Füßen kneippen! Die Füße müssen vorher durch Spazierengehen oder Gymnastik erwärmt werden.
  3. Die richtige Technik: Man geht im Storchengang durch die Anlage. Ein Bein wird aus dem Wasser gehoben, der Fuß wird dabei nach unten gebeugt.
  4. Die Dauer einer Anwendung hängt von der jeweiligen Person ab. In der Regel fängt man mit 30 Sekunden an, die Höchstdauer beträgt zwei Minuten. 
  5. Aufhören muss man, wenn der Kältereiz zu stark oder sogar schmerzhaft wird.
  6. Die Beine werden nicht abgetrocknet. Das Wasser wird lediglich abgestreift.
  7. Danach müssen Füße und Beine wieder erwärmt werden. Beispielswiese durch schnelles Spazierengehen, Laufen oder Gymnastik.
  8. Zwischen zwei Anwendungen sollten mindestens 60 Minuten, besser aber 90 Minuten liegen.
  9. Auf das Wassertreten sollte nicht direkt ein Armbad folgen. Das führt unter Umständen zu Schwindel, Übelkeit oder auch Kopfschmerzen.
  10. Das Wassertreten ist nicht geeignet für Personen mit Harnwegsinfekten, Blasen- und Nierenkrankheiten. Allgemein, aber besonders in Krankheitsfällen, sollte man den behandelnden Arzt zu Rate ziehen.
Autor:

Stephanie Eßer

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