Regionale Ware
Im Allgäu regional einkaufen

Redaktioneller Hinweis: Dies ist ein Heimatreporter-Beitrag. Er spiegelt die Meinung des Verfassers wider.

Gerne werben Supermärkte mit heimischen Produkten. Allerdings gibt es dafür keine verbindliche Definition. Daher rät die Verbraucherzentrale, dass der Einkäufer genau hinschauen soll. Lange Zeit waren Sonderangebote und Tiefpreise das Mittel der Wahl, um Lebensmittel zu bewerben. Verbrauchermärkte setzen jedoch zunehmend auf Versprechen bezüglich der Qualität der Produkte. Ein Schlagwort ist hier: Regionalität. Was ist aber die Bedeutung davon?

Gesetzlich ist der Begriff „Regional“ nicht definiert und wird verschieden verwendet, sagt Anja S. von der Verbraucherzentrale Bayern. Hersteller können laut des Vereins als eigenständige Marke Herkunftsangaben registrieren und schützen lassen und dabei müssen von den Zutaten und Rohstoffen die regionale Herkunft oder eine Verarbeitung in der Region nicht garantiert sein. Daher rät die Expertin, sich auf Werbung nicht zu verlassen, sondern vielmehr auf die Verpackungen und Produkte einen genauen Blick zu werfen. Der Verbraucher müsse laut der Expertin auch überlegen, wo er seine persönliche Grenze ziehe. Die eigene Region sei für die einen lediglich die nächste Umgebung und für die anderen sogar ein ganzes Bundesland.

Wenn sich ein Bürger entscheidet, mehr Lebensmittel aus dem Allgäu kaufen zu wollen, erscheint die nächste Frage: Wo ist eigentlich das Allgäu? Karl M., Vorsitzender des Heimatbundes Allgäu, sagt, dass es keine klaren Grenzen gebe. Zu allen Zeiten sei das Allgäu so groß gewesen, wie es sich wirtschaftlich gelohnt habe, dazuzugehören. Als der Milchpreis in den 1920er Jahren stimmte, hätte sich das Allgäu mitunter bis nach Ulm ausgedehnt. Karl M. sagt, dass der Begriff Allgäu werbetechnisch ein gutes Zugpferd sei.

Woran erkennt der Verbraucher aber „echte“ regionale Ware? Ein verlässlicher Hinweisgeber ist laut Verbraucherschützerin S. das Regionalfenster. Inzwischen ist auf vielen Verpackungen das blau-weiße Zeichen zu sehen. Dort können Angaben gefunden werden, woher ein Produkt stammt, wo die Verarbeitung erfolgte und wie hoch es um den regionalen Anteil bestellt ist. Das Allgäu ist beim Regionalfenster als eine eigene Region gelistet. Folgende Landkreise gehören darin zum Allgäu dazu: Ober-, Ost- und Unterallgäu, Ravensburg, Lindau, der Bodenseekreis und die kreisfreien Städte Kaufbeuren, Kempten und Memmingen. Auch hier rät die Expertin jedoch zur Vorsicht: Es sei nicht ausreichend, in einem Supermarkt nach diesem Logo Ausschau zu halten. Es müsse ebenso genau gelesen werden, was auf diesem stehe. Schließlich gebe es das Logo für Regionen aus ganz Deutschland.

Das Einkaufen in Hofläden wird auch immer beliebter. Anna N., die einen Hofladen im Ostallgäu mit ihrem Mann führt, sagt, dass es immer mehr Menschen gebe, die umdenken würden und auf saisonale und regionale Ware Wert legen würden. Die Familie baut Obst und Gemüse selbst an und Produkte wie Mehl und Butter bezieht sie aus der Umgebung.

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