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18.08.2016 · Oberstdorf

Projekt in den Oberstdorfer Bergen startet: Wanderer sollen Steinwild online melden

Beobachtungen · In den Oberstdorfer Bergen fällt am Freitag der Startschuss für ein bayernweites Steinbockprojekt. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) bittet Wanderer, Beobachtungen von Steinwild zu melden – am besten online.

Steinbock-Jungtier in den Oberstdorfer Bergen
Steinbock-Jungtier in den Oberstdorfer BergenBild: Michael Munkler

Der Gebietsbetreuer des Naturschutzgebietes Allgäuer Hochalpen, Henning Werth, spricht von einer „konstruktiven Zusammenarbeit“ mit dem bayerischen Jagdverband bei dem Projekt, das die beiden Verbände am Freitag gemeinsam vorstellen wollen.

Die Angaben von Wanderern über gesichtete Tiere könnten unter anderem erste Hinweise darauf geben, wo sich die Populationen der Tiere verändern – beispielsweise ob es mehr oder weniger werden, erläutert Diplom-Biologe Werth: „Eine solche Aktion kann eine systematische Zählung nicht ersetzen.“ Diese soll vermutlich im nächsten Jahr stattfinden.

In ganz Bayern gibt es derzeit zwischen 500 und 1.000 Stück Steinwild, im gesamten Alpenraum wird die Zahl der Steinböcke auf etwa 35.000 geschätzt. Im Allgäu galt das Steinwild vor 300 Jahren als ausgestorben, erst Mitte der 1960er Jahre wurden einige Tiere aus dem italienischen Gran Paradiso hier wieder angesiedelt.

Wie viele Tiere im Allgäu leben, kann niemand genau sagen. Geschätzt wird ihre Zahl auf etwa 200. In Bayern gilt der Bereich Oberstdorf/Kleinwalsertal als Gebiet mit der größten Steinbock-Population. Darüber hinaus gibt es einige Exemplare im Ammerwald bis hinüber nach Schwangau und an vier weiteren Orten in Oberbayern.

Bei Beobachtungen sollten Wanderer auch angeben, ob es sich bei den gesichteten Exemplaren um Männchen, Weibchen oder Jungtiere handelt, sagt Werth. Flyer zur Aktion seien auf der Mindelheimer, Rappensee und Kemptner Hütte erhältlich.

Steinböcke gehören zur Art der Ziegen. Die Böcke können bis über 100 Kilogramm schwer und über 20 Jahre alt werden. Eine Steinbockherde besteht aus zehn bis 20 Weibchen mit ihren Jungtieren. Zudem gibt es sogenannte Junggesellenherden.

Zur Fortpflanzungszeit im Hochwinter kämpfen die Böcke um die Hoheit in den Revieren. Nach fünf bis sechs Monaten bringen die Weibchen im Frühjahr oder Frühsommer ein, selten zwei Jungtiere zur Welt. Schon die ganz Jungen können klettern, müssen mit den Müttern aber weiter üben.

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Artikelinfos
AutorMichael Munkler
QuelleAllgäuer Zeitung
Veröffentlichung18.08.2016
Aktualisierung20.08.2016 21:47
Ort Oberstdorf
Schlagwörtertier, projekt, alpen, wanderer, natur, umwelt, naturschutz
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