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27.07.2011 · Memmingen

Heute findet das Finale des Osteuropa-Wettbewerbs in Memmingen statt

Heute Finale mit Schülern aus verschiedenen Ländern in Memmingen

Osteuropa-Wettbewerb · Die Felder übersät mit Leichen. Aberdutzende Tote in zertrümmerten Waggons. Weinende Menschen, die durch den Schnee stolpern - Siebtklässler Konstantin Franz weckt grausame Bilder, wenn er das Zugunglück im Spätjanuar des Jahres 1945 bei Grünhagen, Ostpreußen, beschreibt.

Heute findet das Finale des Osteuropa-Wettbewerbs in Memmingen statt
Konstantin Franz heftete gestern die letzte schwarz-weiß Fotografie an seine Collage. Der 13-Jährige hat an einem Wettbewerb des Bayerischen Kultusministeriums teilgenommen. Die Preisverleihung ... Bild: Eva Maria Häfele
Eine entfernte Verwandte Konstantins hatte den Zusammenprall eines Lazarett- und Flüchtlingszugs überlebt. Ihre Erinnerungen hängen seit gestern in Bildern und Berichten an einer Stellwand des Memminger Maximilian-Kolbe-Hauses. Denn Konstantin hat sich mit der Dokumentation bei einem Schülerwettbewerb des Bayerischen Kultusministeriums zum Thema Osteuropa beworben. In Memmingen findet heute die Preisverleihung statt.

In ihren Koffern und Rucksäcken schleppten die rund 75 als Preisträger geladenen Teilnehmer aus Bayern und dem osteuropäischen Ausland gestern ihre Projektarbeiten nach Memmingen: Videofilme, Diashows, Audioreportagen oder - wie Konstantin - Berichte über historische Ereignisse und dazu passende Fotocollagen. Bei dem 13-Jährigen sind auf den schwarz-weiß Aufnahmen Oma, Urgroßmutter und die entfernte Verwandte und Überlebende des Zugunglücks, Hildegard Köhler, zu sehen.

Mit dem Flieger aus Ungarn

«Sie kann noch heute kaum über das Geschehene sprechen», sagt Konstantin. Für den Buben hat sie es dennoch getan.

Konstantin opferte für den Wettbewerb seine Freizeit - und tat es gerne: «Für mich war es ein Ansporn, mehr über meine Familie zu erfahren und dieses Zugunglück, das in Vergessenheit geraten war, wieder in Erinnerung zu rufen.»

In aller Herrgottsfrühe, um 6.40 Uhr, bestieg Konstantin gestern den Zug von Weiden in der Oberpfalz in Richtung Allgäu - zur gleichen Zeit betrat die Konkurrenz aus Ungarn den Flieger: Anna Eydus und Emese Frang. «Ein bisschen nervös und ein bisschen müde» seien sie, sagten die Zwölfjährigen in gebrochenem Deutsch, als sie gestern Mittag in Memmingen ankamen. Die beiden mussten im Rahmen des Wettbewerbs Fragen über Osteuropa beantworten und gaben dabei besonders viele richtige Antworten - deswegen die Einladung ins Allgäu.

Das Quiz war komplett auf Deutsch. Kein Problem für die Sechstklässlerinnen aus Budapest: Seit der ersten Klasse pauken sie fünfmal pro Woche im Unterricht deutsche Vokabeln und Grammatik.

Heute präsentieren Konstantin und die anderen Schüler im Memminger Maximilian-Kolbe-Haus ihre Ergebnisse. Nach der Arbeit wartet das Vergnügen. Denn morgen steht eine Besichtigung des Märchenschlosses Neuschwanstein auf dem Programm. «Darauf freu ich mich am meisten», sagt Anja Raab aus Straubing. Die 17-Jährige hat die Jury mit einem fünf Meter langen selbst gemalten Comic überzeugt. Und auch das Königsschloss wird ihr unter den Bleistift kommen: «Wahrscheinlich bring ich eine Skizze davon mit nach Hause.»

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Artikelinfos
AutorEva Maria Häfele
Veröffentlichung27.07.2011
Aktualisierung16.04.2013 10:59
Ort Memmingen
Schlagwörterschule, wettbewerb, weltkrieg
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