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07.09.2007 · Allgäu

Damit Wunden besser heilen

Tagung Marktoberdorfer Ärztin veranstaltet Tagung für 550 Experten

Marktoberdorf | sg | Meist haben sie bereits viele Anlaufstellen hinter sich, die Patienten, die zu Dr. Michaela Knestele ins Marktoberdorfer Krankenhaus kommen. Sie leitet dort die Wundambulanz, die der chirurgischen Abteilung der Ostallgäuer Klinik angeschlossen ist. Im Quartal wurden dort zuletzt rund 400 Patienten behandelt. Tendenz steigend, so die Oberärztin. Sie kommen aus dem ganzen Allgäu, aber auch aus dem Schongauer, Ulmer und Münchner Bereich.

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Dr. Michaela Knestele Bild: privat

Denn eine Wundambulanz, wie sie Dr. Knestele seit rund sieben Jahren aufbaut, hat Seltenheitswert. In Marktoberdorf steht eine von zehn solcher Ambulanzen in ganz Deutschland. Und sie hat einen guten Ruf. Bereits zum vierten Mal findet daher am Samstag, 8. September, in Marktoberdorf ein „Wundforum“ statt, bei dem sich Ärzte und Pflegepersonal, aber auch Apotheker oder Physiotherapeuten aus ganz Deutschland bei Fachvorträgen informieren. Insgesamt haben sich 550 Interessenten angemeldet. (Zugang nur für angemeldetes Fachpublikum).

Immer mehr Menschen leiden an chronischen offenen Wunden. An erster Stelle, so Knestele, ist es der diabetische Fuß oder das venös bedingte offene Bein, von denen je ein Drittel ihrer Patienten betroffen sind. Behandelt werden in der Wundambulanz aber auch durch arterielle Verschlusskrankheit bedingte Wunden (25 Prozent) oder Liegegeschwüre (zehn Prozent). Auch Unfälle oder immunbedingte nicht heilende Wunden sind es, mit denen Patienten zu ihr kommen.

Die Behandlungsmethoden sind unterschiedlich, reichen von der speziellen Wundauflage bis hin zur Hauttransplantation. „Aber alles muss einhergehen mit der Bekämpfung der Ursache“, ist das Credo von Dr. Knestele. Daher pocht sie auf Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen im Krankenhaus, aber auch mit Fachärzten, pflegenden Angehörigen und Pflegekräften. Für sie hat Knestele ein Fortbildungskonzept entworfen.

Die Kommunikation mit allen Beteiligten sei ein wesentlicher Faktor für den Erfolg. Derzeit fehle es weitgehend noch an der Effektivität in der Wundbehandlung. Seit gut zwei Jahren gibt es bereits zum Beispiel das Wundnetz Allgäu. Sein Zweck ist die Förderung von Wissenschaft, Forschung, Fortbildung und Therapie. „Durch modernes Wundmanagement lässt sich der Heilungsverlauf verbessern und beschleunigen“, heißt es in den Vereinsstatuten.

Eine bessere Verzahnung zwischen den Behandlern ist auch Ziel des so genannten integrierten Versorgungsvertrages, den die AOK Bayern vor einem guten Jahr mit der Wundambulanz im Marktoberdorfer Krankenhaus abgeschlossen hat. „Ist jeder der Kooperationspartner im gleichen Umfang über den Gesundheitszustand des Patienten informiert, profitiert am Ende der Patient“, so Knestele.

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Artikelinfos
Veröffentlichung07.09.2007
Aktualisierung04.06.2011 02:10
OrtAllgäu
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