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06.09.2017 · Heimenkirch

Banküberfall in Heimenkirch: Kunde (32) überwältigt bewaffneten Bankräuber (54) - Serientäter gefasst

Zivilcourage · Ein mutiger Bankkunde hat offenbar im Westallgäu einen seit Jahren gesuchten Serienräuber zur Strecke gebracht: Der 32-Jährige hielt am Montag bei einem Überfall auf die Raiffeisenbank Westallgäu den 54-jährigen Täter fest. Er hat laut Polizei zwei weitere Banküberfälle im Westallgäu gestanden.

Raiba Heimenkirch
Heimenkirch, Raiffeisenbank, Gebäude, Raiba Bild: David Specht

Und: Das Landeskriminalamt Vorarlberg geht mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ davon aus, dass es sich bei dem Mann um den sogenannten Postkartenräuber handelt: Ihn machen die Ermittler in Vorarlberg für elf Überfälle auf Banken und Postfilialen verantwortlich.

Dramatische Szenen spielten sich am Montag in der Filiale der Raiffeisenbank in Heimenkirch ab. Kurz vor 15 Uhr betrat der maskierte Räuber die Bank im Zentrum der 3600-Einwohner-Gemeinde. Mit einer Pistole bedrohte er die Mitarbeiter und forderte Geld. Das verweigerten die Angestellten. Daraufhin wollte der Räuber die Bank wieder verlassen.

Zu dem Zeitpunkt hielt sich auch der Kunde in der Filiale auf. Er füllte in einer Ecke einen Überweisungsträger aus und wurde auf den Räuber aufmerksam. „Ich bin ihm einfach hinterher ohne groß nachzudenken“, sagt der 32-Jährige, der Bodybuilding betreibt und namentlich nicht genannt werden will. Ihm gelang es, den Räuber festzuhalten, es kam zu einer Rangelei.

„Ich habe versucht, seine Waffe zu bekommen und ihn an die Wand gedrückt“, schildert der 32-Jährige das Geschehen. Ein Angestellter der Bank kam ihm zu Hilfe. Der – mittlerweile entwaffnete – Räuber habe dann gebeten, ihn loszulassen, schildert der Kunde. Das habe er auch getan. Gemeinsam mit einem Angestellten versperrte der 32-Jährige den Ausgang der Bank, bis die ersten Polizisten eintrafen und den Räuber festnahmen.

Der Täter sitzt in Untersuchungshaft. Ihm werfen die Behörden unter anderem schwere räuberische Erpressung vor. Der 54-Jährige stammt nach Polizeiangaben aus dem Bezirk Landeck in Tirol. Er kam mit dem Auto eigens für den Überfall ins Allgäu. Bei seiner Waffe handelt es sich um eine Spielzeugpistole, die täuschend echt aussah.

Mit dem Tiroler ist der Allgäuer Polizei offenbar ein dicker Fisch ins Netz gegangen. Der 54-Jährige hat gestanden, im vergangenen Jahr auch zwei Banken in Opfenbach überfallen zu haben, eine im Juli, die andere im November. Der Ort liegt nur fünf Kilometer von Heimenkirch entfernt. In beiden Fällen hat der Räuber Bankangestellte mit einer Pistole bedroht, in einem Fall ging er leer aus, im anderen erbeutete er einen größeren Bargeldbetrag.

Bei einem der Überfälle hat die Polizei DNA-Spuren gesichert. Sie bringen den Mann auch mit der Raubserie in Vorarlberg in Verbindung. Dort hält ein Mann seit 2008 die Polizei in Atem. Er hat elf Banken und Postfilialen überfallen. Auch mit Hilfe eines Profilers kamen die Ermittler nicht auf die Spur des Täters. Selbst als die Behörden eine Belohnung von 10 000 Euro aussetzten, gingen kaum Hinweise ein.

Was die Ermittler zusätzlich nervte: Mehrfach kündigte der Räuber an, noch einmal zuschlagen zu wollen. „Das war noch nicht alles. Ich komme wieder“, teilte er den Behörden beispielsweise im Jahr 2009 nach einem Überfall in Lochau mit. Es war der vierte des Mannes und war schief gegangen. In dem geraubten Geldbündel war eine Farbpatrone versteckt, die in der Plastiktüte mit den Geldscheinen explodierte. Der Räuber entkam damals gerade noch, indem er über einen Gartenzaun kletterte.

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Artikelinfos
AutorPeter Mittermeier
QuelleDer Westallgäuer
Veröffentlichung06.09.2017
Aktualisierung30.09.2017 03:33
Ort Heimenkirch
Schlagwörterbankraub, serie, täter
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