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09.05.2009 · Kathmandu / Halblech (ves)

Als Paar am «Weißen Berg» im Himalaja unterwegs

Expedition - Luis Stitzinger will mit seiner Partnerin Alix von Melle den Dhaulagiri besteigen

Kathmandu / Halblech · Nach den Erfolgen am Cho Oyu (8188 Meter), dem Gasherbrum II (8034 Meter) und am 8125 Meter hohen Nanga Parbat in den vergangenen Jahren sucht ein Bergsteigerpaar nun sein Glück an einem weiteren Himalaja-Riesen in Nepal: Dem 8167 Meter hohen Dhaulagiri in unmittelbarer Nachbarschaft der Annapurna-Gruppe.

Geschwindigkeitsrekord am Nanga Parbat

Der staatlich geprüfte Berg- und Skiführer Luis Stitzinger (40 Jahre) stammt aus Halblech im Ostallgäu und lebt nun mit seiner Partnerin Alix von Melle (37 Jahre) in Höhenkirchen bei München. Bei zahlreichen Expeditionen waren die beiden schon gemeinsam erfolgreich. Viele davon leitete Stitzinger, wie die Jetzige zum Dhaulagiri, für den DAV (Deutscher Alpenverein) Summit Club. Am Gasherbrum II und am Nanga Parbat gelangen ihm Geschwindigkeitsrekorde (Speedbegehungen), am «deutschen Schicksalsberg» zudem eine spektakuläre Skibefahrung über die zentrale Diamirflanke.

Komplette Skibefahrung der Nordost-Flanke geplant

Ähnliches hat er nun auch am Dhaulagiri vor: Zusammen mit Rupert Hauer und Alexandra Robl will er eine komplette Skibefahrung der steilen Nordost-Flanke in Angriff nehmen. 2007 war dem Schweden Fredrik Ericsson eine Skiabfahrt von 7800 Metern Höhe gelungen, den Gipfel hatte die Expedition zuvor jedoch nicht erreicht.

Die größten Schwierigkeiten liegen allerdings gerade über dem steilen Felsband auf 7800 Metern Höhe bei der steilen Querung in die Gipfelflanke und durch diese zum höchsten Punkt.

Gelingt Stitzinger das Projekt, wäre dies somit die erste vollständige Skibefahrung des Dhaulagiri. Zuvor steht freilich die Besteigung des siebthöchsten Berges der Welt mit dem insgesamt neunköpfigen Expeditionsteam an, darunter drei Frauen.

Der Name Dhaulagiri bedeutet so viel wie der «Weiße Berg». Unter Leitung des Schweizers Max Eiselin ist der Achttausender in Nepal 1960 von einer internationalen Expedition über den Nordostgrat erstbestiegen worden. Dies ist bis heute die übliche Aufstiegsroute und auch die DAV Summit Club Expedition wird diese Linie für ihre Tour wählen. Die Bergsteiger sind an den Osterfeiertagen gestartet, die Expedition ist auf 53 Tage angesetzt. Nach einem zehntägigen Trekking zum Basislager auf 4650 Metern begann der Aufstieg über den Myangdi-Gletscher.

Nach einigen schwierigen Gletscherpassagen wollen die Bergsteiger den Fuß des steilen Nordostgrates erreichen.

Drei bis vier Hochlager (auf 5700, 6600, 7150 sowie 7500 Metern) sind auf der anspruchsvollen Route geplant, die in Schnee und Eis Steilheiten von über 50 Grad und im kombinierten Gelände Kletterpassagen bis zum IV. Schwierigkeitsgrad aufweist.

Solche Schwierigkeiten sind in großen Höhen weitaus problematischer zu meistern als beispielsweise in den Alpen.

Die Expedition wird ein Tagebuch führen, das im Internet auf der Seite www.goclimbamountain.de verfolgt werden kann.

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Autorves
Veröffentlichung09.05.2009
Aktualisierung03.06.2011 22:34
Ort Kathmandu / Halblech (ves)
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