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19.12.2007 · Allgäu

48-jähriger Mann vergewaltigt seine kranke Ehefrau

Gericht Kemptener wird zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt

Von Anna Feßler | Kemptenl Wegen Vergewaltigung seiner Ehefrau ist ein 48-jähriger Mann vom Kemptener Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Erst im Sommer diesen Jahres erstattete die Schwester der Frau Anzeige, die Tat selbst lag schon zwei Jahre zurück.

Dem 48-Jährigen aus Kempten wurde vorgeworfen, im Jahr 2005 seine heute 39-jährige Ehefrau an den Haaren ins Wohnzimmer gezerrt und sie dort zum Geschlechtsverkehr gezwungen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt war die Frau laut Anklage krank, hatte 40 Grad Fieber. Außerdem soll er an einem anderen Tag von seiner Frau Sex gefordert haben, während die damals fünfjährige Tochter anwesend war.

In einem weiteren Anklagepunkt wurde dem Mann vorgeworfen, seiner Frau an ihrem Geburtstag geschlagen und vergewaltigt zu haben. Dieser Punkt wurde allerdings nicht verhandelt, da der 48-Jährige deshalb schon wegen vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt worden war.

Der Angeklagte bestritt bis zuletzt, Gewalt gegen seine Frau angewendet zu haben. Seine Ehefrau machte von ihrem Recht gebrauch als Verwandte des Angeklagten keine Angaben zu machen. Die Schwester der Angeklagten und andere Zeugen belasteten den Angeklagten.

Während der Verhandlung kam es öfter zu Unterbrechungen: Der Angeklagte und seine von ihm inzwischen getrennt lebende Frau, die nach ihrer Aussage im Zuschauerraum Platz genommen hatte, beschimpften sich. Der Pflichtverteidiger forderte den Angeklagten freizusprechen, da die Zeugenaussagen sich in Teilen wiedersprechen würden und unglaubwürdig seien.

„Keinen Zweifel“

Das Gericht sah es jedoch im ersten Fall als erwiesen an, dass der Angeklagte seine Ehefrau vergewaltigt hatte. Er habe Gewalt angewandt, um sie zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Es sei für den Mann ersichtlich gewesen, dass es seiner Frau nicht gut gehe, außerdem habe sie dies ihm gegenüber auch unmissverständlich klar gemacht. „Daran gibt es gar keinen Zweifel, wir würden uns lächerlich machen, wenn wir das nicht als sexuelle Vergewaltigung sehen würden“, betonte der Richter.

In dem anderen Fall, bei dem die Tochter während des Sex anwesend war, sprach das Gericht den Angeklagten frei. Es sei nicht klar gewesen, ob in diesem Fall Gewalt angewandt wurde. „Es ist zwar keine schöne Sache, aber auch nicht strafbar, da keine Gewalt im Spiel war und im strafrechtlichen Sinne das als Kriterium ausschlaggebend ist“, so der Richter.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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Artikelinfos
Veröffentlichung19.12.2007
Aktualisierung02.06.2011 02:59
OrtAllgäu
Schlagwörtergericht
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