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05.01.2015 · Kißlegg

Pfeil, Bogen und ein Pferd: Tobias Schmid aus Kißlegg ist Deutscher Meister im Berittenen Bogenschießen

Aktion · Ein Pferd dreht im Galopp seine Runden in einer Reithalle bei Kißlegg. Auf dem Pferd ein Reiter. Doch statt Zügeln hält der Reiter Pfeil und Bogen in der Hand. Die Pfeile treffen zielsicher mit einem dumpfen „Tock“ in die Zielscheibe. Runde um Runde. Was im ersten Moment aussieht wie eine Szene aus Ddjingis Khan, nennt sich „Berittenes Bogenschießen“.

„Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um diesen Sport auszuüben“, sagt Tobias Schmid aus Kißlegg. Er ist Deutscher Meister im berittenen Bogenschießen (koreanischer Wettkampf). Angefangen hatte es eher durch Zufall: „Ich hab’s mal im Fernsehen gesehen und dann einen Kurs dazu gebucht.“ Danach ist er dabei geblieben.

Für ihn sind es zwei Sportarten, die in einer vereint sind. Das Reiten und das Bogenschießen. Noch vor über 3.000 Jahren war es keine Sportart. Der Ursprung liegt im Militär. In Zentralasien begannen Nomaden mit Pfeil und Bogen auf ihren Pferden den gesamten innerasiatischen Raum zu erobern. Doch über die Jahrhunderte verschwand die Kampfkunst und erst in den 1980er Jahren wurde die Sportart wiederentdeckt.

Beziehung zum Pferd ist am wichtigsten

Weil beim Schießen die Zügel losgelassen werden, braucht der Reiter ein besonderes Verhältnis zu seinem Pferd. „Wir vertrauen dem Pferd, dass es gerade aus weiterläuft und es die Befehle befolgt“, so Tobias Schmid. Für ihn ist sein Pferd auch ein Freund. Die Beziehung der beiden hat auch besonders angefangen. Schmid hat seinen Freund vor dem Schlachthof gerettet und ihn zu sich genommen.

Pferde sind von Natur aus Fluchttiere. Es braucht viel Übung um die Tiere an das Geräusch vom Pfeil und Bogen zu gewöhnen. Das ist auch die Gefahr beim berittenen Bogenschießen: Wenn das Pferd nicht genügend ausgebildet ist, kann es durchgehen und den Reiter abwerfen. Mit einer Waffe in der Hand ist das keine schöne Vorstellung.

Deutscher Meister im berittenen Bogenschießen Tobias Schmid
Deutscher Meister im berittenen Bogenschießen Tobias SchmidBild: Larissa Pucher

Disziplinen beim Wettkampf

Beim Berittenen Bogenschießen gibt es verschiedene Wettkampdisziplinen. Tobias Schmid ist Deutscher Meister im Koreanischem Wettkampf. Dabei reitet man insgesamt sechs Mal eine Strecke von 90 Metern und versucht die Zielscheiben zu treffen. Bei jedem Durchgang gib es eine Zeitvorgabe zwischen 12 und 16 Sekunden. Je schneller der Reiter die Runde absolviert, desto mehr Punkte bekommt er.

Eine weitere Wettkampfart ist der ungarische Wettkampf. Hier wird auf drei verschiedene Ziele geschossen: nach vorne, zur Seite und nach hinten. Je nach Schwierigkeit werden unterschiedlich viele Punkte vergeben.

Doch Wettkämpfe sind nicht alles für Tobias Schmid. Für ihn ist die Sportart auch Entspannung. „In dem Augenblick wo man anfängt zu galoppieren und auf die Zielscheibe zu schießen, vergisst man eigentlich alles um einen herum“, so der Deutsche Meister. „Wenn man dem Pfeil hinterherschaut und er in der Zielscheibe einschlägt, ist das ein Riesen-Gefühl.“

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Artikelinfos
AutorSimon Ruisinger, Larissa Pucher
Quelleall-in.de
Veröffentlichung05.01.2015
Aktualisierung14.01.2015 12:17
Ort Kißlegg
Schlagwörterreiten, reportage, video, bogenschießen, pferd
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