Menü Suche Impressum

Ihre Region: 

31.08.2011 · Großkitzighofen

Zwei Ostallgäuer sammeln hobbymäßig Schokoladenverpackungen

Ulrich und Karola Schenck haben in den vergangenen 20 Jahren über 1800 Schokoladenverpackungen aus aller Welt zusammengetragen - Von kurios bis unscheinbar

Sammelleidenschaft · Dass das Schloss Neuschwanstein nicht im Schwarzwald liegt, dürften hierzulande alle wissen. Die britische Firma Cadbury nimmt es da nicht so genau. Auf der Verpackung einer ihrer Schokoladensorten platzierte das Unternehmen die beliebte Ostallgäuer Sehenswürdigkeit mitten in ein paar Bäume und nannte seine Milchschokolade mit Kirschgeschmack «Black Forest».

Ein Hobby, das auf der Zunge zergeht
Ein Hobby, das auf der Zunge zergehtBild: claudia goetting

Mittlerweile hat sich das Design zwar geändert, aber Ulrich und Karola Schenck aus Großkitzighofen haben den Beweis zu Hause und schmunzeln immer wieder über diese Kuriosität. «Black Forest» ist eine von 1861 Schokoladenverpackungen, die das Ehepaar besitzt.

Die umfangreiche Sammlung findet Platz in vier Leitz-Ordnern, ordentlich beschriftet mit Schokolade I bis IV. Derzeit sind 234 Marken aus aller Welt alphabetisch sortiert und in Klarsichtfolien abgeheftet. «Unser Hobby ist weder so zeitaufwendig noch nimmt es so viel Platz weg wie beispielsweise eine Modelleisenbahn», erzählt Karola Schenck.

Ihr Mann Ulrich (39) habe vor 20 Jahren damit angefangen: «Und ich habe mich anstecken lassen.» Während eines Praktikums sei der damalige Student regelmäßig längere Strecken mit dem Zug gefahren und habe dabei immer Schokolade gegessen. «1991 hat er begonnen, die Verpackungen der verschiedenen Sorten aufzuheben», erzählt die 36-Jährige.

Mittlerweile ist alles detailliert am Computer in einer Excel-Tabelle katalogisiert: Hersteller, Sorte, Gewicht, Motiv, Besonderheiten. «Es gibt unterschiedliche Materialien. Papier, Folie und Karton», erklärt die Großkitzighofenerin. Sie und ihr Mann verfolgen Veränderungen interessiert.

«Ritter Sport hat schon immer Folie, Milka hat erst von Papier auf Folie umgestellt und kleine Confiserien verwenden oft edle Kartonverpackungen.» Die Firma Alpia ändere mehrmals pro Jahr das Design, da komme man oft gar nicht mehr mit. «Mal sind fünf Berge auf der Rückseite, dann nur drei. Mal eine Milchkanne vorne, mal keine», erzählt die zweifache Mutter.

Neue Verpackungen landen erst einmal passenderweise in einer lila Milka-Blechdose. «Wenn dann einige Exemplare zusammengekommen sind, sortieren wir sie in die Ordner und aktualisieren die Computerdatei», berichtet die gelernte Schreinerin. Dabei blättere das Paar dann immer wieder, manchmal auch zusammen mit den beiden Töchtern Julia (3) und Andrea (6), die bisherige Sammlung durch und philosophieren über manche Eigenheit. «Und wir überlegen, wo wir was her haben. Selbst gekauft? Geschenkt bekommen?»

Auf die Hilfe von Verwandten, Freunden und Kollegen konnte sich das Ehepaar schon immer verlassen. «Das ist ein beliebtes Mitbringsel. Gekauft oder im Internet ersteigert haben wir noch keine Verpackung. Das ist alles entweder selbst gegessen oder wir kennen denjenigen, der die Schokolade gegessen hat», sagt die 36-Jährige lachend.

Einige Exemplare seien auch von den Firmen selbst, die auf Anfrage Fehldrucke oder Muster zugeschickt haben. In der Sammlung befinden sich aber auch Papiere von Herstellern, die es gar nicht mehr gibt, beispielsweise Sprengel oder Scholetta: «Die sind einfach irgendwann aus den Regalen verschwunden.»

Einen Trend hat das Ehepaar auch festgestellt: «Es wird immer Exotischer.» Und so wundert man sich nicht, wenn in den Ordnern Sorten wie «Apfelessig», «Bergkäse, Walnüsse, Trauben», «Blütenpfeffer mit Minze» oder «Mango und Paranüsse» auftauchen. Ganz einfallsreich seien da die Österreicher.

Natürlich hat Karola Schenck auch eine Lieblingssorte: «Ich mag gerne große Stücke wie Traube-Nuss oder ganze Nüsse.» Ihr Mann bevorzuge Nugat. Es gebe aber auch Schokolade, die sei so ungenießbar, dass sie nicht einmal zum Kuchenbacken tauge.

Einen schokoladigen Wunsch hat das Ehepaar noch: «Wenn sich die Gelegenheit ergibt, möchten wir einmal einen Blick in die Produktion einer Schokoladenfabrik werfen. Das wäre sicherlich ein spannendes Erlebnis.»

anzeige
Das könnte Sie auch interessieren
Artikelinfos
AutorClaudia Goetting
Veröffentlichung31.08.2011
Aktualisierung16.04.2013 12:38
Ort Großkitzighofen
Schlagwörterschokolade, sammlung
anzeige

anzeige