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17.11.2004 · Allgäu

Wieder Theater bei den Trachtlern

Erstmals nach dem Krieg - Vereinsabend der "D' Schwanstoaner" füllt das Kurhaus

Schwangau(oss). - Es hatte im Schwangauer Kurhaus ein Vereinsabend nach bewährtem Muster werden sollen. Mit Musik, Tanz und der einen oder anderen lustigen Einlage sowie der Ehrung der treuen Vereinsmitglieder. Doch dann machten die Aktiven Theater, wurde von den Mitgliedern des Gebirgstrachten- und Heimatvereins "D' Schwanstoaner" zum ersten Mal seit bald 60 Jahren wieder ein Theaterstück aufgeführt. Vor einem fast vollen Schwangauer Kurhaus stand der "Trachtenpapa" Johann Bardzinski, um den Vereinsabend zu eröffnen. Dieser Abend bedeutet alljährlich den Abschluss eines höchst aktiven und bei den "D' Schwanstoanern" auch umtriebigen Jahres. Und so kündigte Bardzinski viel Musik von der Schwangauer Musikkapelle, dazu Tanz und Unterhaltung an, für die sowohl die Aktiven als auch Kinder sorgen würden. Nicht ahnend, was sonst noch alles an diesem speziellen Abend passieren sollte. Man sei zusammengekommen, so Bardzinski, mit der ganzen "Trachtenfamilie", um noch mal zu zeigen, was das ganze Jahr über gemacht werde. Unter anderem bei der Jugendarbeit, der Musik im Verein und den Bräuchen. Denn "wir sollten uns nicht überrollen lassen von den Einflüssen anderer Kulturen" so Bardzinski. Es rentiere sich, und die Heimat sei es wert, dass man sich um die Bräuche kümmere und sie erhalte. Deshalb auch zeichnete Bradzinski wieder langjährige treue Vereinsmitglieder aus. Diesmal allerdings musste auch der "Trachtenpapa" daran glauben, jährte sich doch sein eigener Beitritt zum 40. Mal. Dafür gab's von den Mitgliedern ein Jeanshemd - etwas, was Bardzinski nachweislich noch nie besessen hat. Eine besondere Ehre wurde Sebastian Keck zuteil. Er war 1924 dem Verein beigetreten, und inzwischen spielt dessen gesamte Familie im Verein eine Rolle.

"Die Chorprobe" Anschließend überraschten die Aktiven mit einer seit langer Zeit nicht mehr da gewesenen Aktivität: Sie schlüpften in die Tracht - um sich darin zu verkleiden und führten, sehr zur Freude des Publikums, den Einakter "Die Chorprobe" auf. Darin geht es, wie im richtigen Leben, um die Probleme, die Chorleitung und Sänger miteinander haben. Doch wird wahrscheinlich niemals ein Bauer auf die Idee kommen, Weißwürste anstatt des Streichinstruments im Geigenkasten zu transportieren. Weshalb sich die Chorprobe, nachdem sie schon zum Leidwesen der Frau Zwitschermeier verspätet angefangen hatte, nun auch noch einige Tage verschieben dürfte. Aber Hauptsache, man bringt sie überhaupt rechtzeitig zum 25-jährigen Jubiläum des Herrn Pfarrers auf den Weg. - Mit einigen bereits lieb gewordenen Tänzen und Vorführungen der Trachtlerinnen und Trachtler ging der Abend im Kurhaus zu Ende.

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Artikelinfos
Veröffentlichung17.11.2004
Aktualisierung01.09.2007 07:23
OrtAllgäu
Schlagwörter
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