Menü Suche Impressum

Ihre Region: 

29.03.2008 · Allgäu

Wie wir manipuliert werden

Tagung Kleinwalsertaler Dialoge über Täuschung und Wahrheit

Kleinwalsertal | sme | Täuschung und Wahrheit in den Zeiten der Informationsflut und der modernen Kommunikationsmöglichkeiten -das war Thema der 14. Kleinwalsertaler Dialoge der Raiffeisen Stiftung Kleinwalsertal und des ORF. Professor Dr. Christian-Hubert Ehalt aus Wien referierte gestern über die bürgerlichen Leitwerte „gut, wahr und schön“. Dieses Normenkorsett sei in jüngster Zeit aufgeweicht worden. Damit sei nicht nur eine neue Freiheit, sondern auch ein Vakuum entstanden, in dem bei der Suche nach neuen Normen die „Schwelle vom guten Rat zur Manipulierung immer häufiger überschritten werde“. Die Begriffe „gut, schön, wahr“ seien jedoch nie definierte Parameter oder Größen, sondern stets Zielsetzung menschlichen Denkens und Handelns.

Wie in anderen Lebensbereichen spiele die Manipulation auch auf religiöser Ebene eine große Rolle, sagte Professor Dr. Josef Imbach aus der Schweiz. Manipulation im religiösen Bereich sei deshalb gefährlich, weil es hier nicht um heute, gestern und morgen, sondern um Zeit und Ewigkeit gehe. Das gelte auch für Weltanschauungen mit religionsähnlichen Zügen wie den Absolutismus oder den Nationalismus.

Die Manipulation der Menschen durch die Medien war das Thema von Klaus Bresser, dem langjährigen Chefredakteur des ZDF. Die Veränderungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen habe in der Medienwelt zu gewaltigen Veränderungen geführt, sagte er. Auf der Jagd nach Quoten sei der Informations- und Bildungsanspruch des Fernsehens vielfach auf der Strecke geblieben und habe einer um sich greifenden Banalisierung Platz gemacht - wobei die öffentlich-rechtlichen Sender wie ARD und ZDF „immer noch auf ein Publikum bauen können, das nicht nur unterhalten, sondern auch informiert werden will“. Trotz veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen dürfe das Berufsethos des Journalisten nicht angetastet werden. Ein Journalist müsse stets objektiv und nur der Wahrheit verpflichtet sein.

„Gender Marketing“ war das Thema von Diana Jaffé, Betriebswirtin und Gründerin der „Bluestone AG“, die sich auf Konsumentenforschung spezialisiert hat. In ihrem Buch „Der Kunde ist weiblich“ hatte Jaffé bereits Marketingstrategien gefordert, die auf das unterschiedlichen Konsum- und kaufverhalten von Männern und Frauen ausgerichtet sind. Die „Floprate“ von rund 70 Prozent bei der Neueinführung von Produkten auf dem deutschen Markt zeige, dass viele Unternehmer die Bedürfnisse der Bevölkerung falsch einschätzten. „Man kann sich vorstellen, was das alles kostet“, sagte Jaffé.

anzeige
Das könnte Sie auch interessieren
Artikelinfos
Veröffentlichung29.03.2008
Aktualisierung06.06.2011 09:07
OrtAllgäu
Schlagwörter
anzeige

anzeige