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08.06.2012 · Kempten

Wetterfühligkeit laut Kemptener Mediziner nicht wissenschaftlich nachgewiesen

Auswirkungen von Temperaturwechsel auf das Wohlbefinden sind laut Mediziner nicht nachgewiesen – Wetterschwankungen laut Meteorologe nichts Besonderes

Gesundheit · Ob schlechte Laune, Kopfschmerzen, Schwindel oder Schlafprobleme: An vielem ist das Wetter schuld. Jedenfalls dient es oft als Begründung für allerlei Wehwehchen und Befindlichkeiten – gerade wenn die Temperaturen mal rauf und runter gehen. Doch gibt es Wetterfühligkeit?

Wetterstation
WetterstationBild: Hermann Ernst
Wissenschaftlich nachgewiesen ist sie nicht, so Dr. Thomas Lorentz, Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Kempten.

Eine Begründung für körperliche oder seelische Auswirkungen von extremen Temperaturschwankungen gibt es nicht, macht Lorentz deutlich. Zwar sei bei Reptilien Lichtempfindlichkeit festgestellt worden, das in der Zirbeldrüse produzierte Hormon Melatonin wirke wie ein Kick.

Ein Beweis für Wetterfühligkeit sei dies aber nicht. Und dass der Luftdruck Auswirkungen auf das körperliche Befinden haben könne, sei lediglich eine Theorie, für die es keine Begründung gebe. Genau erforscht aber sind laut Lorentz die Gründe für Auswirkungen starker Luftdruckwechsel nicht.

Nichts Genaues weiß man also nicht, auch wenn Narben an manchen Tagen schmerzen, angegriffene Bronchien bei hoher Luftfeuchtigkeit schlechter funktionieren oder ob’s in Gelenken zieht.

Das alles könne auch psychisch beeinflusst sein, unterstreicht Dr. Lorentz. Sicher, aus Erfahrung wisse man, dass bei niedrigem Luftdruck Menschen mit niedrigem Blutdruck schon mal umkippen können.

Die Gründe dafür kennt aber keiner, nur die Auswirkung, dass „sie dafür auch länger leben“.

Wer nun aber meint, starke Temperaturschwankungen seien in jüngster Zeit besonders häufig, irrt nach Ansicht unseres Wetterbeobachters Hans Misch: „Das Rauf und Runter hat es zu allen Zeiten gegeben.“

Das Wetter mache nun mal Bocksprünge. Auswirkungen auf Körper und Geist allerdings hat der Kemptener auch an sich selbst festgestellt.

So schläft er bei Föhn schlechter, was ihn nicht verwundert: „Wenn der Körper in eine Badewanne mit warmem oder kaltem Wasser gelegt wird, reagieren wir ja auch.“

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Artikelinfos
Autorell
Veröffentlichung08.06.2012
Aktualisierung13.06.2017 13:06
Ort Kempten
Schlagwörterwetter, temperatur, medizin
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