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25.07.2011 · Weiler

Vielfalt beim Orgelbau steht im Mittelpunkt der Ausstellung im Kornhaus Weiler

Herstellerfirma Steinmeyer öffnet Archiv - Organist Dominik Bernhard liefert Hörproben

Eröffnung · Dominik Bernhard ist begeistert von der «Königin der Instrumente», der Orgel. Diese Faszination gab der 29-Jährige anlässlich der Eröffnung der Ausstellung «Die Kunst des Orgelbaus» im Kornhaus Weiler an die Besucher weiter. Einerseits mit zahlreichen Hörproben, andererseits mit einer Beschreibung dessen, was für ihn, den Kirchenmusiker und Organisten, diese Faszination ausmache. Und dazu zählt er auch die Herausforderung, dass jede Orgel anders sei, ihre eigene Charakteristik habe.

«Eine der besten Orgeln der Region»
Ein gefragter Experte war Paul Steinmeyer, der Urenkel des Firmengründers Georg Friedrich Steinmeyer.

Auch die einheimischen Steinmeyer-Orgeln, die unter anderem in Röthenbach, Scheidegg, Oberreute und Weiler stehen, klingen sehr unterschiedlich. Das demonstriert die Ausstellung mit Hörproben aus den jeweiligen Kirchen. Sie zeigt zudem viele Dokumente, aber auch Exponate vom Orgeltisch aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu Details der Kegelladen-Technik. Anlass für die Ausstellung ist die abgeschlossene Restaurierung der ursprünglich aus dem Jahr 1897 stammenden Steinmeyer-Orgel in der Pfarrkirche St. Blasius in Weiler.

An die missglückte Restaurierung Anfang der 1970er Jahre erinnerte der frühere Leiter des Arbeitskreises zur Orgel-Restaurierung, Bruno Bernhard. Die damals erfolgte Zerstörung sei nun beseitigt. «Wir können stolz sein. Wir haben eine der besten Orgeln der Region», sagte Bernhard sichtlich stolz.

Die vom Westallgäuer Heimatverein veranstaltete und nun eröffnete Ausstellung sollte ursprünglich eine Konzertreihe begleiten, die allerdings wegen diverser Misstöne im Vorfeld abgesagt werden musste. Es sei «einmalig», was die Ausstellung nun zeige, so Bruno Bernhard. Paul Steinmeyer hat dafür eigens das Archiv der Orgelbaufirma geöffnet.
«Eine der besten Orgeln der Region»
Teilweise über 100 Jahre alt sind die Exponate rund um den Orgelbau, die bis zum 28. August im Kornhaus Weiler zu sehen sind.

Der Urenkel des Firmengründers Georg Friedrich Steinmeyer war selbst zur Eröffnung gekommen und ging in seiner Rede auf die Geschichte des Unternehmens ein. Die Häufung von Steinmeyer-Orgeln in der Region sei kein Zufall: «Oft wurde zunächst eine Orgel bestellt, dann zogen die umliegenden Pfarreien nach», so Steinmeyer. Auch die Eisenbahnlinie habe dazu beigetragen, dass die Orgeln im Allgäu so zahlreich vertreten sind. Geliefert habe Steinmeyer zwischen 1847 und 2001 bis nach Russland, Südafrika, Kuba und Ägypten.

Einem Auftragsboom in den 1950er Jahren seien schwierige Zeiten gefolgt, weshalb die Produktion vor zehn Jahren eingestellt wurde.

Bürgermeister Karl-Heinz Rudolph betonte, dass die Gemeinde die Kosten für den Transport der Exponate gern übernommen habe. Dafür erwarte die Ausstellungsbesucher «in den nächsten Wochen ein ganz besonderes kulturelles Angebot».

Ausstellung: «Die Kunst des Orgelbaus» des Westallgäuer Heimatvereins im Kornhaus Weiler ist bis zum 28. August geöffnet. Führungen durch Orgelbaumeister Leo Werbanschitz nach telefonischer Anmeldung unter (08387) 650. Orgel-Matinee mit Dominik Bernhard am 21. August ab 11 Uhr.

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Artikelinfos
AutorOlaf Winkler
Veröffentlichung25.07.2011
Aktualisierung23.08.2013 14:13
Ort Weiler
Schlagwörterausstellung, orgel
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