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11.03.2009 · Sulzberg (js)

Viele Milchbauern lehnen die Pflichtimpfung ab

Blauzungenkrankheit - Landwirte sprechen von Erkrankungen der Tiere als Nebenwirkung

Sulzberg · Eine starke Stimmung gegen die Pflichtimpfung wegen der Blauzungenkrankheit bei den Allgäuer Bauern wurde auf einer Infoveranstaltung der Milchviehhalter in Sulzberg deutlich. Viele Redner kritisierten die Behörden, weil die Nebenwirkungen einer flächendeckenden Pflichtimpfung gegen die Blauzungenkrankheit zu teils erheblichen Schäden führen würden.

Die Bauern bemängelten, dass für den in aller Eile Impfstoff das sonst übliche aufwendige Zulassungsverfahren nicht durchlaufen habe. Per Ausnahmegenehmigung sei der Stoff für die von der EU veranlasste Pflichtimpfung aller Rinder, Ziegen und Schafe freigegeben worden. Mit der Pflichtimpfung 2008 hätten sich die Meldungen über Schäden, wie Totgeburten, Aborte oder «Kümmerlinge» gehäuft. Vermutet werden von der wachsenden Zahl der Impfgegner auch Langzeitschäden durch Veränderungen im Erbgut.

Auf der Infoveranstaltung in Sulzberg mit mehr als 160 Besuchern berichtete der Schweizer Landwirt und Kantonalrat Urs Hans von seinem seit vielen Jahren andauernden Kampf gegen jegliches Impfen, ob Mensch oder Tier. Er sprach von einem grundlegenden Interessenunterschied: «Wir leben vom gesunden Tier, die Tierärzte vom kranken.»

Ungeachtet der emotional aufgeheizten Stimmung wurden zahlreiche Fragen angesprochen, die dem Protest gegen die Blauzungenpflichtimpfung Futter liefern. So stelle sich die Frage, ob in Bayern mit wenigen Erkrankungen eine flächendeckende Zwangsimpfung mit unzureichend erprobtem Impfstoff wirklich gerechtfertigt sei. Die Impfkritiker bemängeln zudem, dass weder Vorkehrungen zum Erfassen möglicher Nebenwirkungen oder gar Langzeitschäden getroffen wurden. Auch die Schadensregulierung sei unzureichend, weil die betroffenen Landwirte faktisch den Nachweis bringen müssen, dass Schäden in Zusammenhang mit der Blauzungenimpfung stehen. «Es hat mit der Impfung furchtbar pressiert», meinte auch Veterinäramtsleiter Dr. Thomas Brunner vom Landratsamt Oberallgäu.

Mit dieser Hektik begründete der Veterinär auch die Frage, warum nicht vor der Impfung «serologische Untersuchungen auf Antikörper gegen die Blauzungenkrankheit» durchgeführt wurden.

Als Weg aus dem Dilemma wurde die Forderung erhoben: «Die Impfpflicht muss sofort abgeschafft werden. Wir, die nicht impfen lassen, tragen dann auch die Schäden selbst, falls Tiere erkranken.»

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Veröffentlichung11.03.2009
Aktualisierung03.06.2011 22:30
Ort Sulzberg (js)
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