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14.08.2006 · Allgäu

Viele Hürden auf dem Weg zum „e.V.“

„Wundnetz Allgäu“ nach Teilung eingetragen

Ostallgäu (mar). - Etliche Hürden hatte das „Wundnetz Allgäu“ zu überwinden, bis es jetzt als Verein eingetragen wurde. „Es grenzte an einen Schildbürgerstreich“, so Vorsitzender Dr. Steffen Gass, Leiter der Dermatologie in der Pfrontener Fachklinik Allgäu. Ziel des Wundnetzes ist, dass bei der Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Dazu gehören einheitliche Standards, Infoveranstaltungen und Erfahrungsaustausche, aber auch die Information der Patienten. Doch um wie geplant alle Beteiligten zusammenzubringen, braucht der Verein „Wundnetz Allgäu“ zusätzlich einen Förderverein. Dort könnten sich die gewerblichen Mitstreiter wie Sanitätshäuser oder private Pflegedienste zusammenfinden, während der Verein selbst medizinischen Fachkräften wie Ärzten oder Therapeuten vorbehalten bleibt. Nötig machte diese Konstruktion das Berufsrecht der Ärzte. Obwohl keine gemeinsamen Behandlungsangebote geplant sind, wertete die Landesärztekammer das „Wundnetz“ als Praxisverbund, dem nur bestimmte Berufsgruppen angehören dürfen. Auch die Kassenärztliche Vereinigung (KV) lehnte eine Beteiligung gewerblicher Mitglieder ab. „Die ist wegen der Diskussion über eine integrierte Versorgung, die sie nicht möchte, vorsichtig“, so Dr. Gass. Zudem sei die KV nur für die niedergelassenen Ärzte zuständig. „Wir haben dann bei der Bundesärztekammer nachgefragt“, berichtet Dr. Gass weiter: „Schließlich gibt es in anderen Bundesländern schon Wundnetze als eingetragene Vereine.“ Aber auch die Bundesärztekammer teile eher die Auffassung der bayerischen Kammer und lehne umfassende Zusammenschlüsse ab. Der Verein stand damit vor der Wahl, auf eine Eintragung oder auf die gewerblichen Mitglieder zu verzichten, die sich statt dessen zu einem Förderverein zusammenschließen können. Die Mehrheit der Mitglieder entschied sich für die zweite Lösung. So wurde nun der Verein eingetragen, den Dr. Gass vergangenes Jahr gemeinsam mit Dr. Michaela Knestele aus der Taufe gehoben hat, der leitenden Oberärztin der Chirurgie im Marktoberdorfer Krankenhaus. Der zugehörige Förderverein ist derzeit noch in der Gründungsphase.

„Verein bleibt aktiv“„Der Verein bleibt aktiv“, betont Dr. Gass. So lädt das „Wundnetz Allgäu“ am Samstag, 16. September, zum 3. Wundforum nach Marktoberdorf ein. Vergangenes Jahr haben sich bei dieser Veranstaltung fast 600 Fachkräfte im Veranstaltungshaus „Modeon“ getroffen. Außerdem will es im Oktober Betroffene und ihre Angehörigen zu einer Informationsveranstaltung einladen, kündigt Dr. Gass an. Er selbst arbeitet gerade an einem Schulungsmodul für die Patienten: „Sie müssen wissen, wann welche Therapie angewendet wird.“ Im November soll eine weitere Veranstaltung für Fachleute in der Pfrontener Fachklinik Allgäu folgen.

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Artikelinfos
Veröffentlichung14.08.2006
Aktualisierung03.09.2007 11:09
OrtAllgäu
Schlagwörter
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