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02.12.2002 · Allgäu

Trachtler auf den Spuren der Wetzsteinmacher

Schwangauer bei den Unterammergauer "Stoaheigler"

Schwangau/Unterammergau(pna). - Die Spuren der Schwangauer Wetzsteinmacher verfolgte der Schwangauer Gebirgstrachten- und Heimatverein in Unterammergau. Auf Einladung der Unterammergauer Wetzsteinmacher "Stoaheigl" besichtigten die Schwangauer die mit viel Liebe und mit gewaltigem Aufwand restaurierten Wetzsteinbrüche und Betriebsgebäude. Der "Stoaheigler" Georg Simon erklärte die Arbeitsabläufe in den Brüchen und die mühsame Herstellung der Wetzsteine. In den ehemaligen Unterammergauer Wetzsteinbrüchen wurde gemeinsame Geschichte lebendig. Die Namen "Schlossers Bruch" oder "Schretter's Bruch", in unmittelbarer Nähe der Drehhütte in Schwangau gelegen, weisen auf den Einfluss von Ohlstädter und Oberammergauer Wetzsteinmachern hin. Und noch heute sind die alten familiären Bindungen und die "alten Gschichterl" nicht vergessen, wie die rege und lange Diskussion zwischen den Unterammergauern und den Schwangauern bewies. Immerhin brachten die "Zugereisten" aus Unterammergau dieses zu damaligen Zeiten lukrative Gewerbe nach Schwangau und Buching. Der Heimatforscher Karl Nitzl aus Unterammergau berichtete den Schwangauern von zahlreichen Verbindungen zwischen Schwangau und Unterammergau. Michael Huber beispielsweise kam 1879 von Unterammergau nach Schwangau. Er kaufte hier ein Haus und die Rechte an einem Steinbruch. 1898 wurde er Bürger von Schwangau. Erst um 1930 stellte er die Arbeit in seinem Bruch ein. Insgesamt acht Wetzsteinmühlen standen in Schwangau. Den Vertrieb der Wetzsteine übernahm unter dem Markennamen "Bayerischer Marmor Wetzstein" die Genossenschaft in Unterammergau. Peter Nasemann vom Heimatverein Schwangau erläuterte die Geologie des Ammergebirges. Die Malm-Aptychenschichten, in denen die Wetzsteine abgebaut wurden, ziehen sich in einem schmalen Band von Schwangau nach Unterammergau. Die Geologie sorgte so für diese wirtschaftliche und soziale Verbindung.

Nur noch wenige Relikte Heute ist in Schwangau vom Wetzsteingewerbe kaum noch etwas bekannt. Nur noch wenige Relikte wie alte Hausnamen, Grabsteine oder aufgelassene Wetzsteinbrüche erinnern an diese Zeit. Gebirgstrachtenvereinsvorstand Johann Bardzinski bedauert dies sehr, da nach seiner Meinung "dieses Gewerbe zu der damaligen Zeit ein bemerkenswertes Beispiel für die Bewältigung der schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Schwangau war und die Kulturlandschaft mitgeprägt hat". Auch die Schwangauer Wetzsteinbrüche sind erhaltenswerte Denkmäler. Bardzinski betonte, dass für den Gebirgstrachten- und Heimatverein Schwangau Brauchtums- und Heimatpflege immer als eine Einheit angesehen wurde. Aus diesem Grund bedankte er sich bei den Unterammergauer Wetzsteinmachern "recht herzlich für die gelungene Exkursion", die für alle Teilnehmer ein Erlebnis war und einen Anstoß gab, sich mit der eigenen Heimatgeschichte zu beschäftigen. Die Einladung, die Schwangauer Wetzsteinbrüche zu besichtigen, nahmen die Unterammergauer "Stoaheigler" erfreut an.

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Artikelinfos
Veröffentlichung02.12.2002
Aktualisierung31.08.2007 15:34
OrtAllgäu
Schlagwörter
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