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14.04.2012 · Weitnau

Skinheadgruppe betreibt Vereinsheim bei Weitnau

Lange wusste niemand davon – Jetzt sind die Bürger beunruhigt

Rechtsextremismus · Unruhe hat sich breit gemacht unter den Bewohnern Weitnaus. „Die Bevölkerung ist aufgescheucht“, bestätigt Bürgermeister Alexander Streicher. Seit jenem Samstagabend Ende März, als ein Großaufgebot an Polizei im Ort gesichtet wurde.

Im Verborgenen
Im VerborgenenBild: fa
Wie berichtet hatten die Beamten erfahren, dass in einem kleinen Weiler bei Weitnau ein Rechtsrock-Konzert stattfinden sollte. Der Veranstalter: Die Skinheadgruppierung „Voice of anger nomads“, die im Oberallgäu ein Vereinsheim betreibt und seit ihrer Gründung 2010 unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. Vielen Weitnauer Bürgern wurde das erst mit dem Polizeieinsatz klar.

Unter dem Begriff „Rechtsextremistische Subkulturen“ taucht die Gruppierung „Voice of anger“ (Stimme des Zorns) im Verfassungsschutzbericht 2011 auf. Aus der Gruppierung hervor ging die Skinhead-Band „Codex Frei“, die auch an besagtem Abend auftrat. Freizeitgestaltung, interne Treffen und Feiern sowie die Veranstaltung von Rechtsrock-Konzerten gehören laut den Verfassungsschützern zu den Aktivitäten der Gruppe.

Dass diese sich bei Weitnau trifft, wusste bis vor kurzem auch der Bürgermeister nicht, wie er betont. Nie sei die Gruppe in Erscheinung getreten. „Die Konzerte finden im privaten Rahmen statt, alles läuft über Mundpropaganda“, weiß Streicher. Deshalb gebe es für die Gemeinde auch keine Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.

Streicher hofft dennoch, dass die Skinheads bald aus dem Ort verschwinden: Der Mietvertrag für das Gelände läuft Ende des Jahres aus. Und der Vermieter habe zugesagt, dass er das Mietverhältnis nicht verlängern werde.

Das Problem mit der Handhabe kennt die Polizei laut ihrem Sprecher Christian Owsinski nur zu gut: „Solange keine Straftat vorliegt, können wir nicht eingreifen.“ Oft bleibe die Polizei dann in der Beobachterrolle – und vor den Augen der Ordnungshüter gehen die Treffen weiter. Und genau das ist nach Meinung des Verfassungsschutzes so gefährlich: Denn subtil werde versucht, Feindbilder und Ideologiefragmente der Rechtsextremisten einfließen zu lassen.

 

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Artikelinfos
Autorbec
Veröffentlichung14.04.2012
Aktualisierung05.11.2013 16:09
Ort Weitnau
Schlagwörterrecht, Rechtsextremismus
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