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14.08.2007 · Allgäu

Sie duften und schützen

Kräuterboschen Trachtenfrauen halten Brauchtum am Leben

Von Philomena Willer | Schwangau Ziemlich wetterfest mussten die Schwangauer Trachtenfrauen sein, als sie in der Früh durch die Wiesen am Vogelsberg streiften und Kräuter sammelten. Vor dem Pfarrheim in Waltenhofen sorgte Mesner Karl Glasmann für Eimer und Tische zum Sortieren und Binden. Nach der Festmesse an Maria Himmelfahrt, dem „Großen Frauentag“, an der die Frauen in historischer Tracht teilnehmen, sind die Kräuterboschen bei den Gläubigen heiß begehrt. Sie schmücken, duften und schützen. Mancher steckt bei Unwetter ein Zweiglein in den Ofen.

Nach altem Brauch wird als Krönung die mehrere Meter hohe Kräutersange für den Marienaltar aufgebaut. Von Fini Sauerwein haben die Schwangauer Frauen ihr Wissen, sie wiederum lernte bei Pius Lotter. Um die Königskerze, die Wetterkerze herum sind im oberen Teil Ähren, Blumen und Heilkräuter gebunden. Den Abschluss unten bilden die Gartengemüse, Kohlrabi Gelbe Rüben und Küchenkräuter.

Auch die Fürbitten des Marienfesttages gehen auf die heilende Wirkung der Pflanzen ein, die heute wieder Wertschätzung erfahren. Die Königskerze hilft bei Halskrankheiten, Engelwurz bringt wie Baldrian Ruhe, Schafgarbe und Roßminze sind das Kraut der Frauen und Mütter. Mit vielen anderen Kräutern, wie Mädesüß, Tausendgüldenkraut, Dost und Johanniskraut, mit Haselnuss und Fichtenzweig wird auch die Rose als Sinnbild von Maria dazu gebunden und im Allgäu der ‚Schmöcker’ , das Nägele, die Nelke, die früher jedes Haus zierte.

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Artikelinfos
Veröffentlichung14.08.2007
Aktualisierung24.11.2011 12:51
OrtAllgäu
Schlagwörter
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